Band Filter

JANOSCH MOLDAU - Minor

VN:F [1.9.22_1171]
Artist JANOSCH MOLDAU
Title Minor
Homepage JANOSCH MOLDAU
Label MOTOR
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.3/10 (3 Bewertungen)

Die Moldau ist 430 km lang und der größte Nebenfluss der Elbe. Historisch heißt der Strom „Wulda“, was so viel wie „wildes, reißendes Wasser“ bedeutet. Wie passt das zur Musik des Ulmer Elektro-Pop-Tiefgängers JANOSCH MOLDAU? Nun, wild und reißend sind die dunkelschönen Melodien des 40-jährigen eher nicht, aber durchaus mitreißend, wenn man auf melancholischen Synthie-Pop schwarzer Färbung steht. Dabei ist „Minor“ bereits das vierte Album des Songtüftlers, der sein Langspiel-Debüt 2005 mit „Redeemer“ feierte und zwischenzeitlich europaweit und auch in Russland mit einigen Szenegrößen (u.a. DE/VISION, PROJECT PITCHFORK, MESH und NITZER EBB) unterwegs war.

Mit seinem Opener „Done Wrong“ lädt JANOSCH MOLDAU zunächst einmal auf den Dancefloor, gleichzeitig darf zu der Nummer aber auch seinen Gedanken und Träumen nachgehangen werden. Der Titeltrack „Minor“ schließt sich mit schwermütiger Elektronik und dezenten Rhythmen an, ehe „State of Hurt“ erneut im Midtempo auf die Tanzfläche lockt. Derweil sorgt „Minorum (Ordo Fratrum Minorum)“ als instrumentales Intermezzo für Abwechslung und wagt einen Brückenschlag zur christlichen Mystik. Schließlich ist „Ordo Fratrum Minorum“ nichts anderes als die lateinische Bezeichnung für den Orden der Franziskaner, den Orden der Minderen Brüder. Von dort geht es auf „The Other Side“ – ebenso wie die erste Singleauskopplung „The Harbour“ ein fragiler Ohrwurm, der zwar eingängig, doch nicht aufdringlich ist. „Jesus Denies [¿]“ nimmt abermals behutsam Fahrt auf, bevor „Shiner“ einen Hauch düstere Dramatik ins Spiel bringt. Bleiben noch „Precious Life“ und „Leave And Go“, die beide im gemäßigten Uptempo mit christlichen Motiven spielen und schließlich „We Both Feel Minor“, das auf der Zielgerade mitsamt emotionsgeladenen Streichern für ein letzten Aufwallen der Gefühle sorgt.

„Minor“ sei denjenigen gewidmet, die sich Dark Wave und Eighties Synthie Pop auf die Fahnen geschrieben haben. JANOSCH MOLDAU nennt seinen Stil selbst „mystischen Sacro Pop“ – solange man damit keine Kirchentagsmusik auf der Akustikklampfe in Verbindung bringt, passt diese Bezeichnung auch durchaus. Moldau ist halt eher der Mann für die Düsterfraktion und die wird von seinem jüngsten Melancholie-Output begeistert sein.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

JANOSCH MOLDAU - Weitere Rezensionen

Mehr zu JANOSCH MOLDAU