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JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE - Bilder fressen Strom

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Artist JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE
Title Bilder fressen Strom
Homepage JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE
Label UNUNDEUX
Leserbewertung
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9.5/10 (4 Bewertungen)

Das Krefelder Grindcore-Wunder schlägt wieder zu: Die JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE legen mit „Bilder fressen Strom“ das zweite Album auf dem hauseigenen Label Unundeux vor. Analog zum Albumtitel steht unsere auf Medien und Erfolg fixierte Konsumgesellschaft im Zentrum der lyrischen Sozialkritik, die in den überwiegend transparenten Texten, die absolute Fehlbarkeit des modernen Menschen beschreibend, erschreckend real erscheint.

Dadurch nicht zuletzt interessant für „Grindpunker“ und JAKA-Fans, liefert die Scheibe den absoluten Grind-Exzess, wie man ihn sich von dem Sextett nicht anders wünschen könnte. Nach eigenen Aussagen schert man sich wenig um exaktes Timing und fehlerfreie Aufnahmen, so dass man, ungeachtet der vorher genannten Gesichtspunkte, die meisten Kompositionen nach der ersten Aufnahme unverändert stehen lies. Fehler und missglückte First Takes inklusive, hält man die Scheibe auf einem authentischen und tatsächlich irgendwie charmanten Level. Für das finale Mastering ging es allerdings ein, zwei Kilometer weiter weg nach Aarhus, wo sich ex-HATESPHERE-Fronter Jacob Bredahl dem Frischling annahm. Neben der außerordentlich präzisen textlichen Finesse fasziniert vor allem die Schnelligkeit, mit der die Zeilen dahergeschossen kommen. Da man sich so beeilt hat, kommt man nach rund 40 Minuten auf ganze 27 Tracks, unter denen sich neben den kurzweiligen Grind-Geschossen auch längere Tracks wie der Opener „Die Schlachtung“ befinden. Zudem besinnt man sich auf mehrere gesangsentleerte Phasen, und man schrieb sogar drei ausschließlich intrumentale Stücke. Demnach entfernt man sich stellenweise vom puren Grindsound und begibt sich in schwer groovige Deathmetal-Bereiche, die aber ebenso unverkennbar klingen, dass man sich alles in allem schon recht treu bleibt. Externe Unterstützung leistet diesmal Willi Wucher von PÖBEL & GESOCKS, der den JAKAs für die beiden Stücke „Deutsche“ und „Links“ sein Gegröhle lieh.

Sowohl aus textlicher als auch aus musikalischer Perspektive kann man „Bilder fressen Strom“ nur gutheißen. Wiedermal liefert man eine lupenreine, staubige Schlatplatte vor, die dem anspruchsvollen Grinder das komplette Spektrum des anspruchsvollen Grindcores liefert. Anspruch behalten die Kompositionen schon alleine dadurch, dass man, wenn man die Intention hat, sich das volle Potenzial des brillianten Lyrikspieles zu erschließen, nicht einfach nur die Stücke auf sich einregnen lassen sollte, sondern mit Aug und Ohr bei der Sache sein muss und sich dabei mal Gedanken über die mal mehr, mal weniger direkten Aussagen machen sollte. Diesbezüglich sind JAKA eine Ausnahmeerscheinung, ein Phänomen und werden es wahrscheinlich auch immer bleiben. Definitives Pflichtalbum für Fans und Anhänger.

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