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JARBOE - Mahakali

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Artist JARBOE
Title Mahakali
Homepage JARBOE
Label SEASON OF MIST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

“Through efforts in such disciplines as weight-lifting, kick boxing, mountain climbing, running, role-playing, studies in meditation and Buddhism, she has journeyed her body towards exhaustion specifically with the intent of rebuilding/ reinventing identity and exploring the structure of persona.”

Tja, was nützt es, wenn man unterwegs vergessen hat, was es heißt, spannende und gelungene Musik zu machen? Mal davon abgesehen, dass man nach so einem Text (der sich auf der Hülle der Promo CD befindet) sowieso mit dem Schlimmsten rechnen muss… Und man wird nach der vollmundigen Ankündigung der Künstlerin JARBOE (deren bewegtes Leben sicherlich um einiges spannender ist als dieses auf CD gepresste Stück „Kunst“: 10 Alben als SWANS Sängerin, 12 Solo-Alben und Beteiligung an über 60 anderen Scheiben in 25 Jahren sind indeed bemerkenswert) nicht enttäuscht: In der viel zu langen Spielzeit von 72 Minuten wird beachtlich dargestellt, was es heißt, auf einem schlechten Trip zu sein. Mutti, der Mann mit dem Koks ist da!

Fragmente (ich schreibe mit Absicht nicht: Songfragmente), die viel zu lange vor sich hin meditieren, ohne eine emotionale Regung zu veranlassen (doch eine: bei „Bornless“ übertreibt Madame es derart mit ihrem besessenen, schiefen, quietschigen Weirdness-Sprechgesang, dass der Zuhörer regelrecht um die Funktionstüchtigkeit seiner Synapsen fürchten muss). „The Soul Continues“ wiederum (interpretiert von Attila Csihar / MAYHEM) klingt wie die Tonwerdung eines (schlechten) H.P. Lovecraft Romans und man fragt sich wirklich, wie so etwas überkandideltes, pseudointellektuelles einen Abnehmer in Form einer Plattenfirma, finden kann… Aber der Ruf von JARBOE scheint größer zu sein, denn sogar Phil Anselmo (PANTERA/ DOWN) gibt sich auf dem Track „Overthrown“ die Ehre. Einer der wenigen „Songs“, die zumindest aufgrund der Interpretation ihre Daseinsberechtigung haben und der ohne seelische Schmerzen ausgestanden werden kann (mit schöner Slide-Gitarre sogar!)… Der Rest ist monotones Geschwurbel, mit mal mehr, mal weniger nervtötenden „Gesang“… sparsam, indisch und latent doomig (im NEUROSISischen Sinne) inszeniert. Wer wissen will, wie sich Regans Gemütswelt in „Der Exorzist“ vertont anhört, macht hier nichts falsch…

Ich, der eigentlich ein Freund von ambitionierten Projekten und Breitwand-Kopfhörer-Platten ist, kann nicht umhin zu sagen: „Mahakali“ erreicht gar nichts bei mir. Höchstens Verärgerung. Alle „guten Ideen“ auf höchstens 45 Minuten komprimiert hätten sicherlich für ein besseres Gefühl gesorgt (denn die Streicher und einige Gesangsarrangements zeugen durchaus von Können). In der jetzigen Fassung ist das Album genauso notwendig wie eine Lebendinstallation aus vergammeltem Gemüse. Aber ich vergaß: Jane Jarboe ist ja auch Performance-Künstlerin und ich nur ein verbitterter Musikkritiker, der von wahrer Kunst keine Ahnung hat: Tolle Scheibe! Bewusstseinserweiternd! Drei Tonträger zum Preis von Einem! Wenn sie zu stark sind, bist Du zu schwach! (Wie sind Sie in meine Wohnung gekommen?! Was soll der weiße Kittel?! Hallo!? Hallo!?)

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