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JASMIN TABATABAI & DAVID KLEIN ORCHESTER - Eine Frau

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Artist JASMIN TABATABAI & DAVID KLEIN ORCHESTER
Title Eine Frau
Homepage JASMIN TABATABAI & DAVID KLEIN ORCHESTER
Label EDEL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.3/10 (6 Bewertungen)

JASMIN TABATABAI ist eine vielfältig talentierte Frau. Wir kennen sie als Schauspielerin, Schriftstellerin ihrer Autobiographie „Rosenjahre“ und spätestens seit dem Film „Bandits“ (1997) auch als Sängerin. Mit ihrem neuesten Projekt jedoch kehrt sie dem Chartradio komplett den Rücken zu, um sich einer Herzensangelegenheit zu widmen: Einem Jazz- und Chansonalbum in deutscher Sprache. Mit von der Partie ist der Schweizer Musiker und Produzent David Klein, der im Jahr 2000 für den Soundtrack der Literaturverfilmung „Gripsholm“ verantwortlich zeichnete. Hier verkörperte Tabatabai die Sängerin und Kurt Tucholsky-Muse Billie Sunshine.

10 Jahre später ist nun ein modernes Liederalbum entstanden, auf dem sich eigens für Tabatabai komponierte Lieder mit Stücken anderer Künstler (Oscar Straus, Friedrich Hollaender oder Lothar Brühne) abwechseln. Das vorherrschenden Thema wird im Albumtitel deutlich: „Eine Frau“. So begegnen wir z.B. „Ich weiß nicht zu wem ich gehöre“ wieder. Marlene Dietrich hat es schon gesungen, die Jüngeren (oder dann doch wieder Älteren unter uns) kennen es vielleicht noch aus dem Film „Kleine Haie“ (1992). Hier sang es Schauspielkollegin MERET BECKER in einer reichlich bissigeren Version als die von Tabatabai gewählte melancholische. „Kann denn Liebe Sünde sein“ lässt uns an Zarah Leander denken, Frau Tabatabai singt es mit zuckerwattenweicher Big Band Unterstützung. „Augen der Großstadt“ – ein Gedicht von Kurt Tucholsky, das David Klein für dieses Album vertont hat, bleibt auch in Zeiten der Finanzkrise aktuell („Wenn Du zur Arbeit gehst, am frühen Morgen, wenn Du am Bahnhof stehst, mit Deinen Sorgen.“).

7 Titel des Albums lagen zur Rezension vor, die Jasmin Tabatabai mal von ihrer leidenschaftlichen, dann von ihrer entspannten Seite zeigen, mal melancholisch, mal lasziv, hier mit ironischem Unterton, dort eher burschikos. Doch so sehr ich Frau Tabatabai schätze, meinen Nerv wollte das Album so recht nicht treffen, dafür bin ich wohl von der Zielgruppe zu weit entfernt. Als sanfte Barmusik zum After-Work-Drink oder als Fahrtstuhlbeschallung wäre die Musik weit weg davon, mir Unbehagen zu bereiten. Frau Tabatabai hat aber sicherlich mehr Aufmerksamkeit verdient, als ich ihr vor dem Hintergrund meines musikalischen Horizonts schenken kann. Wen es interessiert, sollte daher besser mal woanders weiter lesen…

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