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JASON ISBELL AND THE 400 UNIT - Reunions

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Artist JASON ISBELL AND THE 400 UNIT
Title R
Label SOUTHEASTERN RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Dass Alternative Country und Americana auch hierzulande immer mehr Beachtung findet, zeigt sich beispielsweise auch daran, dass es JASON ISBELL mit seinem siebten Studioalbum „Reunions“ bis auf #94 der deutschen Charts geschafft hat. Im Vereinigten Königreich war sogar ein respektabler 18. Platz drin, während Isbell, der wieder mit seiner Begleitband THE 400 UNIT zusammengearbeitet hat, daheim mit der Position 149 begnügen musste. Dabei hatten es die beiden vorherigen Studio-Platten dort bis in die Top Ten gebracht (2015 „Something More Than Free“ und 2017 „The Nashville Sound“) und Ende letzten Jahres trat die Band sieben Nächte lang im legendären Ryman Auditorium in Nashville auf – die bisher längste Reihe an aufeinander folgenden Shows an dem geschichtsträchtigen Veranstaltungsort.

Vielleicht stören sich die Amis aber auch daran, dass „Reunions“ rockiger ausgefallen ist als seine Vorgänger. Eindeutig ist der Silberling nicht nur etwas für die Fans von Country & Americana, sondern ganz klar für jeden Fan handgemachter (Southern) Rockmusik mit viel Herzblut. Im Vorfeld der Albumveröffentlichung konnte man sich schon an Songs wie dem ebenso akzentuierten wie dynamischen Opener „What’ve I Done To Help“, dem verspielt-countryesken „Dreamside“, dem nachdenklichen „Only Children“ und dem treibenden, sehr tanzbaren „Be Afraid“ erfreuen. Bei der Midtempo-Nummer „Overseas“ gefällt insbesondere das Zusammenspiel der Band, die bei „Running With Our Eyes Closed“ eine immense Spannung aufbaut, die sich schließlich in einem wunderbaren Refrain entlädt. Das ruhige „River“ wird mit schön anzuhörendem Geigenspiel veredelt und auch „St. Peter’s Autograph“ bleibt getragen – das Lied behandelt den Selbstmord eines Freundes, während Jason mit dem emotional-druckvollen „It Gets Easier“ sein eigenes Alkoholproblem thematisiert. Auch auf der Zielgeraden wird es noch einmal persönlich: „Letting You Go“ ist ein Stück über das Vatersein und zugleich der Track, der am ehesten den Stempel „Country“ verdient.

Ich bin nicht mit der kompletten JASON-ISBELL-Diskografie vertraut, möchte jedoch behaupten, dass der 41-jährige momentan auf dem Höhepunkt seines Schaffens ist. „Reunions“ gefällt mit mitreißenden Hymnen, lyrischen Höhepunkten, sehr persönlichen Einblicken und einer Band (THE 400 UNIT), die voll Kreativität und Selbstvertrauen ist.

Nachtrag 04.06.2020: Die Alt-Country-Welt in den USA ist immer noch in Ordnung und „Unions“ bis auf Position 9 gechartet! Der Platz 149, von dem eingangs die Rede war, bezieht sich auch die Vorveröffentlichung der Vinyl-Variante!

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