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JASON L. BLAIR - Kleine Ängste – Ein Erzählspiel um Kindheitsängste (Buch)

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Artist JASON L. BLAIR
Title Kleine Ängste – Ein Erzählspiel um Kindheitsängste (Buch)
Homepage JASON L. BLAIR
Label FEDER & SCHWERT
Leserbewertung
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Erinnern Sie sich an die Zeit, als Sie jung waren und Sie sich vor allem gefürchtet haben, was des Nachts umherstreift? Haben Sie sich jemals gefragt, wohin diese Schrecken verschwunden sind? KLEINE ÄNGSTE – ein Erzählspiel um Kindheitsängste. Sie haben doch nicht etwa Angst, oder?

Das sind die ersten Worte des Buches nach Jason L. Blair, welches im Jahr 2003 beim Verlag Feder & Schwert erschien und über das uns die Band JANUS auf ihrem Album „Auferstehung“ bereits berichtete. Somit machten sie auch mich neugierig auf dieses Werk. Jetzt, nachdem ich es gelesen habe, denke ich mir, dass es vielleicht einigen Leuten helfen könnte, ihre bösen Kindheitsträume vergessen zu können, andererseits aber diese sogenannten Monster neu heraufbeschwört. Bis auf die große Überschrift auf dem Titel des Buches lässt nichts erahnen, was Jason L. Blair damit bei einigen Menschen wachrütteln könnte.

„Kleine Ängste“ ist ein Rollenspiel, dass sich mit den Kindheitsängsten auseinander setzt, die in jedem von uns schlummern. Es beginnt damit, dass eine Art von Skelett uns darüber aufklärt, dass es Monster zwar eigentlich gar nicht gibt, sie dich aber nicht vergessen haben, sondern du sie nur verdrängt hast. Wie auch bei JANUS findet man im Buch „Kleine Ängste“ Ausschnitte aus dem Tagebuch eines kleinen Mädchens namens Jenna, die ihrer Freundin Sarah ihre schlimmsten nächtlichen Träume erzählt. Anschließend folgt ein Bericht des Bundeskriminalamtes aus dem Jahr 2002, in dem es um den sexuellen Missbrauch an Kindern geht: Erschreckende Zahlen in Höhe von 15.998 Fällen alleine in diesem Jahr. Sätze aus Zeitungsberichten solcher grausamen Taten sind auf den nächsten Seiten aufgeführt, begleitet von einem Bericht, in dem es um ein eben solches Kind geht. Nach all diesen Zeitungsausschnitten und Storys teilt sich das Buch in 5 Kapitel auf.

Ganz grob gesagt würde ich das Buch als den „vollkommenen Horror“ bezeichnen. Nicht nur, dass es mit Misshandlungen an Kindern beginnt, es geht auch mit den Ängsten, die die Kinder im Dunkeln befallen, weiter. Das integrierte Rollenspiel ist ganz einfach gehalten. Man besitzt 5 Merkmale, die dementsprechend von 1 bis 5 reichen und mit einem Würfel gespielt werden. Sollte es in einer dieser Aktionen zum geringsten Widerstand eines Gegners kommen, so muss man den Wert dieses Gegners überwürfeln. Jeder Spieler besitzt in diesem Spiel gewisse persönliche Eigenschaften, die zu Beginn des Spiels auf einem Zettel festgehalten werden. Was das für Eigenschaften sind? Nun ja, z. B. Alter, Geschlecht, Vertrauen unter Freunden, Vorbilder usw… Wenn eine von diesen Eigenschaften auf eine vorher festgesetzte Aktion Anwendung findet, bringt diese zusätzliche Würfe. Je, nachdem, ob es dann ein positiver oder ein negativer Wesenszug ist, zählt der günstigere oder der ungünstigere Wurf.

In diesem Spiel wird jeder Spieler durch die Gestalt eines Kindes im Alter von 6 bis 12 Jahren abgebildet. Dieses Kind muss erkennen, dass seine Monster aus Kindheitstagen (unter dem Bett und in den Kleiderschränken) sehr real sind. Zusätzlich zu diesen Monstern gibt es in dem Spiel auf Seiten dieser Wesen „aus dem Land unter dem Bett“ ein Wiedersehen mit alten Bekannten in Kapitel vier, z. B. mit der bösen Königin Malefiz, Rübezahl, Pechmarie und dem Schwarzen Mann.

Anfangs fragte ich mich, ob dieses Rollenspiel überhaupt funktioniert, denn wie viele gute Bücher oder auch Filme haben das Thema Urängste in seiner realen Form bereits versucht zu manifestieren. Es ist eine tolle Idee und ich musste feststellen, dass es klappt. Alles, was man dazu braucht, sind die Vorgaben von „Kleine Ängste“ und Freunde, die keine Angst haben, sich ihren Kindheitsängsten zu stellen. Das pikante Thema, Kinder in einem Horrorrollenspiel anzusiedeln, ist sehr sensibel und einfühlsam angegangen worden und auf jeden Fall zu empfehlen. Allerdings: In dem Buch wird der Kindscharakter gespielt, der Spieler selber sollte allerdings wirklich erwachsen sein oder zumindest erwachsen genug, um sich diesen Horrorszenarien zu stellen. „Kleine Ängste“ ist wirklich gelungen und wärmstens zu empfehlen! Taucht ein in die Welt voller Märchen, Mythen und Monster. Die Tore sind offen!

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