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JAY-JAY JOHANSON - Opium

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Artist JAY-JAY JOHANSON
Title Opium
Label KWAIDAN RECORDS
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Nun, von Drogen berauscht sieht der Mann auf dem etwas farblosen Cover ja nicht gerade aus. Stattdessen strahlt der schwedische Produzent, Songwriter und Pop-Avantgardist JAY-JAY JOHANSON eine Ernsthaftigkeit und Melancholie aus, die sich auch in seinen elf Songs auf „Opium“ wiederfindet.

Dabei eröffnet „Drowsy“ den Reigen recht unkonventionell mit Mundharmonika und dunklem Blues-Charakter, ehe mit dem zweiten Part „Too Young To Say Good Night“ das Tempo anzieht und Jazz-Piano-Klänge Einzug halten. Mit der an Filmmusiken der Siebziger erinnernden Vorab-Single „Moonshine“ erzählt Johanson eine emotionale Liebesgeschichte mit gespenstisch pulsierenden Beats und schwermütigen Synthie-Elementen, bevor „Be Yourself“ mit bedächtigen Bläsern und easy vorgetragenem Weltschmerz punktet, um schließlich an das düstere „I Love Him So“ mit seinen experimentellen Break-Beat-Komponenten abzugeben. Ein wenig fühlt man sich hier an „Mezzanine“ von MASSIVE ATTACK erinnert. Entstanden ist diese Nummer übrigens im Wartezimmer eines Krankenhauses, in dem Jay-Jays Sohn zu diesem Zeitpunkt operiert wurde. Zusammen haben die beiden „NDE (Near Death Experience)“ aufgenommen, das mit einem etwas härteren Rhythmus unterlegt ist, der vom sanften Gesang des Skandinaviers entschärft wird. Währenddessen kommt „I Don’t Know Much About Loving“ mit schleppenden Grooves und soulig gewisperten Vocals daher, die von zart dissonanten Piano-Akkorden begleitet werden, wohingegen das sanfte „Scarecrow“ einschmeichelnden Pop serviert, der sich in ähnlich dunkel-romantischer Weise auch auf „I Can Count On You“ wiederfindet. Mit dem geheimnisvollen „Alone Too Long“ steigt der Künstler immer tiefer in düstere Gefilde hinab, in denen auch das instrumentale „Harakiri“ mit trippigen Ambient-Melodien und einer Vintage-Drummachine daheim ist.Dank „Celebrate The Wonders“ beschließt der eklektische Schwede sein zwölftes Werk mit den smoothen Klängen von Flüssen und Wasserfällen, um den geneigten Hörer ganz langsam auch wieder zu erden.

Zwischenzeitlich dürfte der nämlich in eine Traumwelt abgetaucht sein, welche mithilfe einer Musik geschaffen wurde, die an einen Soundtrack zu einem Film erinnert, der zwar seine verstörenden Momente hat, jedoch alles irgendwie auch verführerisch zu überzuckern weiß. Wie nannte man JAY-JAY JOHANSON an anderer Stelle? Den Sinatra der Generation Ecstasy? „Opium“ ist zwar ein anderes Rauschmittel, aber zumindest in der musikalischen Darreichungsform weniger gefährlich und dabei durchaus auch fesselnd, wenn man auf getragene Electronica steht und Lust auf eine verträumte Reise in eine dunkle, fremde Galaxie hat.

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