Band Filter

JAZZKANTINE - Hell’s Kitchen

VN:F [1.9.22_1171]
Artist JAZZKANTINE
Title Hell’s Kitchen
Homepage JAZZKANTINE
Label SASHIMI RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (1 Bewertungen)

Die Herren von der JAZZKANTINE sind überwiegend mit Rockmusik der Siebziger und Achtziger aufgewachsen und haben auch selbst ähnliche Musik gemacht, bis es sie Richtung Jazz und HipHop verschlagen hat. Der ein oder andere Rocktitel fungierte aber durchaus auch auf JAZZKANTINE-Konzerten als Zugabe und kam ausnehmend gut bei den Fans an. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, dass die Braunschweiger ihre Hard- & Heavy-Interpretationen auch einmal auf einen Silberling pressen.

Das ist jetzt mit hochkarätiger Unterstützung geschehen, so dass zwölf Klassiker des Rock ’N’ Rolls in ganz neuem Licht erstrahlen. Den Anfang macht das zeitlose „Highway To Hell“ von AC/DC, für das Entertainer TOM GÄBEL verpflichtet werden konnte. Die Single-Auskopplung swingt aufs Feinste und gefällt mit ausfeilten Bläser-Arrangements. Miss SAM LEIGH-BROWN (FRANK POP ENSEMBLE) haucht VAN HALENs „Jump“ beseelten Jazz-Bossanova ein, während XAVIER NAIDOO sich METALLICAs „Nothing Else Matters“ vorgenommen hat. Eine echte Herausforderung, denn den Song kann man kaum besser machen. Besser ist NAIDOOs Version zwar auch nicht, aber in seiner sehr getragenen, perfekt instrumentierten Art passt sogar der Gesang des Mannheimer Heilsbringers. Rauchige Vocals steuert JAZZKANTINE-Chefkoch Cappucino gleich auf zwei Nummern bei: „Iron Horse“ von MOTÖRHEAD und „Paranoid“ von BLACK SABBATH laden zum Grooven ein, wohingegen DR. RING DING mit seiner „Ain’t Talking Bout Love“–Fassung (VAN HALEN) eine dezente Reggae-Färbung ins Spiel bringt. Gleichzeitig nimmt die KANTINE deutlich Tempo raus, so dass die Vorlage kaum mehr zu erkennen ist. Ganz neu auch die MAX MUTZKE-Variation von „Back In Black“. Statt AC/DC könnte man nun auch JAMES BROWN als Urheber vermuten. DEEP PURPLEs „Smoke On The Water“ erinnert ein wenig an MAMBO KURTs Schweineorgel, wobei es bei JAZZKANTINE eine Spur filigraner zur Sache geht und die Rhythmusgruppe deutlichen Einfluss auf den Sound hat. Zusammen mit PAT APPLETON von DE PHAZZ haben die Niedersachsen aus dem flotten KISS-Evergreen „I Was Made For Loving You“ eine facettereiche Jazz-Ballade gemacht und auch „Walk This Way“ wurde entschleunigt. Mit dem Stück haben AEROSMITH und RUN DMC bereits 1986 bewiesen, dass Rock und Hip Hop bestens zusammenpassen, bei der JAZZKANTINE tritt der Rock jetzt in den Hintergrund und macht Platz für coole Blechinstumente. Ein Saxofon spielt auch bei „Strong Arm of The Law“ eine gewichtige Rolle. Was bei den SAXON-Raubeinen knallhart aus den Boxen donnert, perlt auf „Hell’s Kitchen“ dezent im Lounge-Style aus den Lautsprechern. Bleibt noch die dritte AC-DC-Adaption „Hell’s Bells“, für die mit LOUIE (SILENT RADIO) ein langjähriger Weggefährte der JAZZKANTINE am Mikro stand. Auch hier dominieren vertrackte Jazzthemen, ohne jedoch den Charme des Originals vermissen zu lassen.

Ohne Zweifel ist die Transformation gelungen. Den einen oder anderen Rock-Liebhaber mögen sich die Nackenhaare aufstellen, wenn er hört, dass Jazz- und HipHop-Musiker sich „seiner“ Mucke angenommen haben, aber die Herrschaften machen ihre Sache wirklich gut. Mit „Hell’s Kitchen“ dürften die Rock-Heroen nunmehr auf Einzug in die Bars und Lounges der Republik halten. Warum auch nicht, wenn dies in dieser Qualität geschieht. Und wen es beruhigt: Die Ursprungstracks sind natürlich nicht zu toppen! Never!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

JAZZKANTINE - Weitere Rezensionen

Mehr zu JAZZKANTINE