Band Filter

JEFF BEADLE - Where Did We Get Lost

VN:F [1.9.22_1171]
Artist JEFF BEADLE
Title Where Did We Get Lost
Homepage JEFF BEADLE
Label BUTTERFLY COLLECTORS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (2 Bewertungen)

Letzten Sommer erst hat uns JEFF BEADLE mit seinem Erstling „The Huntings End“ erfreut und wusste auch live beim Haldern Pop Festival und der nachfolgenden ersten Kurztour zu überzeugen. Jetzt legt der bärtige Poolreiniger aus Toronto dank „Where Did We Get Lost“ auch schon wieder nach – und keine Angst, ungelenke Schnellschüsse sind die neun Tracks der zweiten Langrille keineswegs.

Was vermutlich auch daran liegt, dass es für die meisten Stücke Song-Skizzen gab, die bereits in den letzten Jahren entstanden sind. Häufig erwachsen aus Voice Memos und Notizen, die Jeff im Berufsverkehr seiner Heimatstadt seinem Smartphone anvertraut hat, um dann später seine rohen, von intensiver Schönheit geprägten Lieder daraus zu entwickeln. Dafür reicht dem Mann, der in Kanada wahrscheinlich schon an so ziemlich jeder Milchkanne gespielt hat, eine Akustikgitarre und seine ausdrucksstarke Stimme. Wie beim Vorgänger ist Franklin Gairdner bisweilen an der Mundharmonika zu hören und neu dabei ist Andrew Frost mit seiner Pedal Steel Guitar. Beim Opener „The One“ agiert der Folk-Singer-Songwriter jedoch noch allein und schafft es trotzdem, den Hörer umgehend in seinen Bann zu ziehen. In diesem Sinne schließt sich auch der wunderbar arrangierte Titeltrack „Where Did We Get Lost“ an, gefolgt vom nicht minder schönen „How Calmy“. Nachdenklich sind alle Songs des Kanadiers, doch „Single Mothers, Single Fathers“ zählt zweifellos zu den schwermütigsten Nummern des Longplayers. Das muss man natürlich mögen (insbesondere in Albumlänge), doch versteht sich Beadle schlicht auf diese dunklen, leisen Töne und wenn er nun einmal das Elend dieser Welt auf seinen Schultern trägt, soll er es doch ruhig auch wie in „1st of July“ oder „The Hardest Part“ besingen. Ein „Lost Living“ ist schließlich nur eines, das man nicht genutzt hat, um das zu tun, was einem wichtig ist. Zum Beispiel wie hier zusammen mit einem Kumpel und seiner Mundorgel Musik zu machen. Oder mit dem Pedal-Steel-Mann und „The Letter“ für Gänsehaut-Momente zu sorgen. „Lover Down“ sorgt schließlich für ein gefühlsbetontes Finale – mit viel Dramatik in den Vocals und einer reduzierten Instrumentierung, die für ein fast schon eruptives Ende sorgt.

Es macht bei aller Melancholie einfach Spaß, JEFF BEADLE zuzuhören, weil man in jeder Note seine bedingungslose Liebe zur Musik hört. Das war schon beim Debüt so und lässt sich ohne wenn und aber auch auf „Where Sid We Get Lost“ übertragen. Davon kann man sich ganz aktuell auch live überzeugen: Solo und als Support der US-Band SPAIN ist der Musiker, der mit zwölf Jahren zum ersten Mal auf einer Bühne stand, dieser Tage in unseren Gefilden unterwegs.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

JEFF BEADLE - Weitere Rezensionen

Mehr zu JEFF BEADLE