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JENOBI - Irregularity

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Artist JENOBI
Title Irregularity
Homepage JENOBI
Label POPUP RECORDS
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Hinter JENOBI steckt die in Hamburg lebende Schwedin Jenny Apelmo Mattson, die viele Jahre als Bassistin der Hamburger Folk-Band TORPUS & THE ART DIRECTORS aktiv war, jedoch parallel auch eigene Musik gemacht hat. Nachdem sie 2016 die EP „Pretty Confused, Walking Home With No Shoes“ unter dem Künstlernamen FELICIA FÖRSVANN veröffentlicht hatte, erschien 2020 mit „Patterns“ ihre Debüt-Langrille als JENOBI. Bei dieser Veröffentlichung war bereits der TORPUS-Drummer Felix Roll mit von der Partie, der auch beim zweiten Streich „Irregularity“ die Felle bearbeitet. Außerdem hat Bandleader Sönke Torpus die Arbeiten mit seinem Know-how unterstützt; die elf Songs des Albums hat die aus Göteborg stammende Künstlerin jedoch nicht nur selbst geschrieben, sondern auch eigenständig aufgenommen und produziert.

Die geneigte Hörerschaft erwartet abwechslungsreicher Elektro-Pop, der skandinavische Melancholie mit kraftvollen Beats und Jennys charakteristischen sanften Stimme verbindet. Vorab konnte man sich bereits mit den Singles „Still Waiting For My Name In The Credits“ (smarter Groove mit entspannter Gelassenheit), „Little Sweet“ (tanzbare Rhythmen), „Syster“ (folkige Anklänge) und „Makeup“ (cooler Sprechgesang) einen guten stilistischen Eindruck verschaffen. So vielfältig die Sounds auch sein mögen, einen roten Faden haben die Lieder in jedem Fall. Egal, ob beim gemächlichen Opener „The Perfectionist“, dem bassbetonten „My Baby“, dem coolen „Queen of The Night“ oder dem perlenden „Overthink“: der Longplayer reflektiert ein neues Selbstbewusstsein und eine innere Stärke, die sich durch einen cleveren und ironischen Humor ausdrücken und ein ambivalentes Gefühl zurücklassen. Vergleiche hierzu das fragile „The Producer“. Auch wenn sich „Sunday Morning“ leicht und beschwingt anhört, geht es doch um so etwas Massives wie eine toxische Beziehung, ehe „A Song That Never Ends“ die Platte emotional enden lässt.

Jenny Apelmo Mattson hat in ihrem Leben des Öfteren erfahren, dass sie in eine Schublade gesteckt werden sollte und aneckte, weil sie nicht der traditionellen Frauenrolle entsprach. Sie kämpfte mit Klischees und fühlte sich irregulär. Als JENOBI hat sie diese Gefühle auf „Irregularity“ auf eine Weise kanalisiert, die kaum schöner sein könnte. Einige der außergewöhnlichen elektronischen Elemente erinnern an BJÖRK und THE KNIFE, während selbstbewusster Sprechgesang mit lässigen Basslines eine Attitüde hervorruft, die an Künstlerinnen wie ROSALIA und NOGA EREZ denken lässt.

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