Band Filter

JENS BADER - Lucky Streak

VN:F [1.9.22_1171]
Artist JENS BADER
Title Lucky Streak
Homepage JENS BADER
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.7/10 (175 Bewertungen)

Einer meiner Geheimfavoriten hat schon wieder ein neues Album am Start, welches auch wieder von ihm in Eigenarbeit auf die Beine gestellt wurde. Bei diesem Tempo hoffe inständig, dass ihm nicht irgendwann die Luft ausgeht, denn man kann schon fast von einem Halbjahres-Rhythmus reden, jedoch schauen wir zuerst mal nach, wie der Nachfolger von „Zenith“ ausgefallen ist. Bei einem kann man sich sicher sein, Jens wird seiner Synthpop-Philosophie nicht abtrünnig werden und somit kann man viele vertraute Eigenschaften seines Stils auf „Lucky Streak“ wieder erkennen, der Künstler hat nur die vereinzelt auftauchenden Gitarre seiner etwas älteren Platten wieder eingesetzt.

Es ist wieder ein hervorragend produziertes Synthpop Album geworden, das auf der Höhe der Zeit ist und es auch locker mit den neuen Veröffentlichungen von DE/VISION oder CAMOUFLAGE aufnehmen kann. Zwar ist etwas mehr 80er Touch in das neue Werk eingeflossen, aber dies soll ja keinen Nachteil darstellen und die Spanne der Stimmungen ist wieder breit gefächert, obwohl vornehmlich die Kompositionen in Richtung „sehr tanzbar“ tendieren. Alleine schon „Damage of my heart“ ist wieder ein hervorragender Opener mit einem mitreißenden Refrain, „State of bliss“ bietet einen fließend modernen Übergang zu dem träumerischen „The Unmatched“, was dem verspielte Schmusesong „Only you“ von YAZOO absolut zur Ehre gereicht. Auch der „Email-Beeinflusste“ Titel „Do I have to enlarge my penis?“ zeugt von viel Witz und gleichzeitiger Größe (das ist jetzt doppeldeutig), denn wenn man des Englischen nicht mächtig wäre und den Blödsinn hinter dem Text nicht erkennen würde, könnte man es glatt für einen chartverdächtigen Song der PET SHOP BOYS halten. Mit „Nice to have“ springt Bader „harmlos“ nachdenklich hin zu „Frackles“, das fast ungeahntes Potenzial besitzt, ein Synthpop Song der allerneusten Generation zu sein, poppig und irgendwie neuartig, hier darf der Vergleich zum aktuellen Album von Tennant/ Lowe wieder nicht fehlen. Warum ausgerechnet inmitten der Tracklist ein Remix von „Direction of travel“ auftaucht, wird mir nicht ganz klar, muss ich bei Zeiten mal nachfragen. Wenigstens passt er in das Konzept des Albums und würde wahrscheinlich nicht weiter auffallen, wenn der Hinweis nicht auf der CD enthalten wäre. „Paradox“ wiederum ist ein sehr schöner Elektro-Popsong geworden, der einen auf seiner Reise mitschweben lässt, schielt glatt ein wenig in Richtung VANGELIS. Die restlichen Lieder bieten jetzt keine so großen Überraschungen mehr, durchgängig gute Musik, die im Verhältnis zu vielen anderen Bands überdurchschnittlich ist, lediglich „Chosen Beauty“ muss noch besonders erwähnt werden, denn hier wurden die alten analogen Kisten ausgekramt und ein schöner alter Wave-Titel ist dabei herausgekommen (DEPECHE MODE wären stolz). Besonders gut gefällt mir hier das Spiel seiner Stimme, JENS BADER überzeugt hier mit eine ganzen Bandbreite von Emotionen.

„Lucky Streak“ ist wieder ein tolles Album geworden, kommt zwar nicht so leichtfüßig wie „Zenith“ daher, das ungehindert ins Partyhirn einsickerte, aber es sind wieder viele tolle Stücke enthalten und wie bei vielen guten Alben wird es besser, je öfter man es hört. Wieder einmal ein ganz klarer Geheimtipp von mir!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

JENS BADER - Weitere Rezensionen

Mehr zu JENS BADER