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JESPER MUNK - Claim

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Artist JESPER MUNK
Title Claim
Homepage JESPER MUNK
Label WARNER
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6.0/10 (1 Bewertungen)

Rund eineinhalb Jahre ist es her, dass JESPER MUNKs Debüt „For In My Way It Lies“ erschien. Jetzt legt der Münchner, der seinen skandinavisch anmutenden Namen seiner dänischen Mutter verdankt, mit „Claim“ nach und dürfte damit seinen Ruf als neue Blues-, Soul-, Rock- und Folk-Singer-Songwriter-Hoffnung weiter festigen. Als Straßenmusiker im Münchner Glockenbach-Viertel wurde der 22-jährige mit dem ausdrucksstarken Organ von Musikredakteuren des Bayerischen Rundfunks entdeckt. Er legte eine wahre Blitzkarriere hin und machte den Blues auch einem jüngeren Publikum wieder schmackhaft.

„Claim“ geht noch einen Schritt weiter und zeigt gekonnt Abwechslung und Variantenreichtum. Da haben wir am Anfang etwa den harten Blues-Punk-Rock-Opener „Courage For Love“, bevor die Soul-Ballade „Morning Coffee“ des Hörers Ohr umschmeichelt und „Shakespeare & Heartbreak“ Beats und Bläser ins Spiel bringt. Wenn noch Musik für den nächsten Bond-Soundtrack gesucht wird, kann hier direkt zugegriffen werden! Mit „Ya Don’t Have To Say Goodbye“ geht’s dann auf eine beschwingte Fahrt entlang der US-Westküste (wo die Nummer im Übrigen auch produziert wurde), wohingegen „Soldiers of Words“ und „Clean“ dunkle und auch durchaus ernste Töne anschlagen. Nach diesem sehr persönlichen Ausflug in Jespers Seelen- und Gefühlsleben, übernimmt „White Picket Fence“ mit cooler Blues- und Post-Punk-Attitüde, an der übrigens auch Papa Rainer Germann am Bass beteiligt ist. Dass es noch eine Spur cooler geht, beweist das unterkühlte „101 Proof“, mit dem sich Munk für die musikalische Untermalung eines Tarantino-Streifens empfiehlt. Hier könnte auch die treibende Glam-Rock-Nummer „Reeperbahn“ zum Einsatz kommen, während sich das reduzierte „Guitly“ mitsamt Akkordeon und Hammondorgel vor der RANDY-NEWMAN-Vorlage verneigt. „The Parched Well“ setzt ebenfalls verstärkt auf Minimalismus, baut jedoch gleichzeitig verspielte Arrangements ein, die dem Song besonderen Charme verleihen, ehe der Bluesrock-Kracher „Smalltalk Gentleman“ dem Zwölftakter noch mal Feuer macht. Folkig wird’s wenig später mit dem gefühlvollen „Cold Waters“, um schließlich mit dem düster-effektvollen „It Takes Two“ zu enden.

Sieht man JESPER MUNK auf Fotos, fällt es fast schon schwer zu glauben, dass dieser Youngster über eine derart wandlungsfähige Stimme verfügt. Man fragt sich, ob der Knabe womöglich seit seiner Volljährigkeit nur noch Filterlose gequalmt und Whiskey gesoffen hat. Das kann allerdings nicht wirklich sein, weil der Mann gleichzeitig noch Zeit hatte, auf der Bühne zu stehen (u.a. als Support für ERIC BURDON & THE ANIMALS, BOSSE und die SPORTFREUNDE STILLER) und wunderbare Lieder zu schreiben und aufzunehmen. Mit „Claim“ stehen dem Deutsch-Dänen auf jeden Fall sämtlichen Türen für eine internationale Karriere offen.

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