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JESUS AND THE GURUS - Blood, Sweat and Tears

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Artist JESUS AND THE GURUS
Title Blood, Sweat and Tears
Homepage JESUS AND THE GURUS
Label BLACK RAIN
Leserbewertung
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7.5/10 (18 Bewertungen)

„Pohl und Dieter Bohlen soll der Teufel holen“

Die Schweizer Sittenverächter sind wieder da. JESUS AND THE GURUS sind zweifelsohne eine diskutable Formation, eine provokante noch dazu. Dem Trio aus der sauberen Alpenrepublik ist nichts und niemand heilig, gnadenlos überziehen sie ihre Gegner mit zynischem Schmelz. Dabei wird die Grenze zum Guten Geschmack gerne mal mit Füssen getreten – natürlich in schweren Militärstiefeln.

„Jesus March“ – Eine Militärhymne zum Mitschunkeln mit provokantem Text. Musikalisch eine Liaison aus Percussion und simpel effektivem Riffing
„We will love you“ – Electo Goth Rock wider die Kirche, in diesen Zeiten ja durchaus vonnöten. Stampfiger Refrain
„Pädo Pedro“ – Jetzt wird es aber heikel. Unabhängig vom genialen Songtitel eine sehr boshafte und indizierungsverdächtige Weise. Plakativ eingängiger Kinderschänder Song, der Sozialarbeiter aus den Latschen hauen dürfte. Da stellen sich selbst bei mir ein paar Nackenhaare quer.
„Eiszeit“ – Die Silbe „Eis“ ist ja momentan heftig angesagt, nach diesem Genuss einer Szenebeschreibung ist allerdings kaum davon auszugehen, dass die „Jesuiten“ auf EISBLUMEn stehen. Dieses ist die Ode gegen alle Trend Magazine, Musiker und Labels, insbesondere im Goth Bereich. Ist ja auch nicht ganz aus der Luft gegriffen. Explizit wird Chris Pohl und sein Label angegriffen, auf dem man ja selbst einmal ein Album verlegt hat. Da scheint wohl menschlich nicht alles in bestem Einvernehmen auseinander gegangen sein. Ein Stück, das die dunkle Szene spalten wird, so denn sie nicht zu sehr damit beschäftigt ist, ihre Körper zu stylen.
„Panzerlied“ – Hier geht es lyrisch mal gegen einen Konsensgegner. Militärdiktaturen und anderes Gesocks, das der Menschheit seit Jahren brutal auf die Eier geht.
„The Pride of Switzerland“ – Ja die schöne Schweiz ist durchaus ein kontroverses Land. Nicht besonders fremdenfreundlich, es sei denn, der „Ausländer“ bringt ein wenig Geld ins Land. Die Erfolge rechtskonservativer Parteien sprechen Bände. Auch diese Komposition dürfte für Zündstoff sorgen auf den rot-weißen Almen.
usw. usw.

Das alles wird musikalisch in einer recht kuriosen Mischung aus Neuer Schweizer Härte, Goth Rock und Military präsentiert. Oft mit Kinderliedartigen Arrangements, mit Drum Computer und stumpf angehauchten Melodiebögen. Erstaunlicherweise funktioniert das Gebräu über weite Strecken, nur hin und wieder wird es etwas arg platt. Freunde sensibler Tonkunst: Bitte Deckung nehmen! Keine zuckersüßen Klänge eingebettet in Streicher- oder Pianoverpackung. JESUS AND THE GURUS sind laut und dreckig, plakativ und provokativ, sie wühlen in deinen Eingeweiden. Dass die eine oder andere Nuance dabei auf der Strecke bleibt und man ihnen manchmal etwas mehr Feingefühl wünscht – geschenkt. Im dunklen Musik Sektor ein einzigartiges und auch notwendiges Terrorkommando!

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