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JESUS ON EXTASY - Beloved Enemy

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Artist JESUS ON EXTASY
Title Beloved Enemy
Homepage JESUS ON EXTASY
Label DRAKKAR/ SONYBMG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.3/10 (4 Bewertungen)

„I am the Rock Star that you learn to fear…“ – Dorian Deveraux (Sänger JOE)

Gothic war ursprünglich ein Synonym für einen alternativen Lebensstil, welcher sich der Dunkelheit und dem Schmerz verschrieben hatte. Echtem Schmerz, echten Emotionen, Kafkaeskes Gedankengut meets Nietzsche meets tiefste Melancholie. In dieser Tradition stehen auch die Begründer des Gothic Sounds, seien es nun Spielrichtungen wie Gothic Rock, Industrial oder klassischer Electro. Dass sich seit einigen Jahren die Zeichen gewandelt haben, ist in gewissem Sinne unabdingbar, doch die Oberflächen Mentalität einer Gesellschaft, die RTL 2 zum Kulturgut erklärt, hat auch im schwarzen Genre Einzug gehalten. Ergebnis sind dann solche Formationen wie JESUS ON EXTASY, die direkt in einem Aderlass Grufti Shop das Licht der Welt erblickt haben könnten und zudem auch gleich noch Musik von der Stange bieten. Zwar professionell produziert aber vollkommen seelen- und letztendlich auch belanglos. Teeny Pop für rebellische 13-Jährige, die ihre Mamis mit schwarzem Kajal schocken und ihre Helden vom Zillo Cover anschmachten wollen. Denn die Promo Maschinerie wird natürlich bestens bedient und wo man beim Debüt noch der „hoffnungsvolle Newcomer“ war, gehört man jetzt schon zu den aufstrebenden Stars. Easy Ettler (RIP) würde sich im Grabe umdrehen…

Dabei will ich den Musikern um Satans Willen einen sympathischen Charakter oder eine leistungswillige Grundeinstellung nicht absprechen, wobei Sänger Dorian meine Freundin vor Ort mit den Worten „Ich bin so alt, wie Du mich haben willst“ anbaggern wollte (wirklich amüsant). Die Musik spiegelt dieses Credo wider: „Wir spielen das, was ihr haben wollt.“ Zahnlosen Rock, Elektronik Spielereien, Schmachtender Gesang ohne Wiedererkennungswert, seichte Lyrics, die jeder Mittelstufen Goth mitsingen kann. „Beloved Enemy“? „Break you apart“? „Change the World“ – Ja macht das mal, wenn ihr gerade Zeit habt. Die Single „Stay with me“ klebt im Ohr und erinnert stark an CINEMA BIZARRE. Warum das so ist, wird bei Durchsicht der Autoren deutlich. Michelle Leonard hat bereits Songs komponiert für… NU PAGADI, TARJA TURUNEN und… ja genau die bizarren Manga Jungs („Lovesongs (They kill me)“). Kein Wunder, dass hier die Identität zugunsten eines gesichtslosen schwarzen Schlammbads flöten ging. Hauptsache der Sänger greift sich lasziv in die Hose, posen die zugegebenermaßen hübschen Mädels für ihr Schattenreich Publikum. Das Debüt hatte mit dem Opener „Assassinate me“ und den beiden Cover Versionen noch 3 wirklich gute Stücke vorzuweisen, jetzt bleibt alles im konturlosen Mittelmaß stecken, ob nun bei „Lies“ härtere Passagen integriert wurden oder bei „Church of Extasy“ eine Bandhymne beschworen werden soll.

Es lohnt einfach nicht, weiter über die Kompositionen zu diskutieren, kann man im Hintergrund zu profaner Hausarbeit gut durchhören, besitzt aber keine Höhen und Tiefen. Aus dem Handbuch „Wie mache ich bisexuelle Lack-FetischistINNen glücklich“ perfekt zusammen gekleistert. Wird dennoch seine Erfolge einfahren (schönes Artwork übrigens) und soll dafür auch meinen Segen haben. Tut schließlich nicht weh und taugt von daher nicht mal zum Feindbild…

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