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JIM STAPLEY - Long Time Coming

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Artist JIM STAPLEY
Title Long Time Coming
Label MITA RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.0/10 (1 Bewertungen)

Nun, ich weiß ja nicht, ob JIM STAPLEY unbedingt als Vorbild taugt. Hat er als 17-jähriger doch lieber die Schule geschwänzt und ist mit dem Zug vom heimischen Manchester nach London gefahren, um dort mit Musikern zu proben, die locker ein Jahrzehnt älter waren als er, anstatt regelmäßig die Schulbank zu drücken. In den Borderline-Club musste er als Minderjähriger sogar reingeschmuggelt werden, damit er als Sänger der Residency-Band dort auf der Bühne stehen konnte.

Inzwischen ist der Jungspund volljährig und ich denke, mit der Schule hat er so oder so abgeschlossen. Stattdessen hat er eine Platte namens „Long Time Coming“ rausgebracht, die niemand geringeres als Tony Visconti produziert hat, nachdem dieser mit den Arbeiten an DAVID BOWIEs „The Next Day“ fertig war. Das Dutzend Lieder stammt samt und sonders aus der Feder des stimmgewaltigen Briten, der offenkundig den Blues-Rock im Blut hat. Mit den treibenden Nummern „No Good Reason“ und „Laid To Waste“ startet Jim im Classic Rock, um mit „Hurricane“ zunächst ein wenig leisere Töne anzuschlagen. Lange hält er das jedoch nicht durch und macht auch an dieser Stelle im Chorus wieder amtlich Druck, bevor „Heartstrings“ Streicher ins Boot holt und es deutlich softer angeht. Ähnliches gilt auch für „New Religion“, wo Klavier, Orgel und Saxofon für Abwechslung sorgen. Währenddessen geht „My Way Home“ mitsamt Slide Guitar in die Vollen und mit dem krachenden „Made of Stone“ darf sich Mr. Stapley in jedem Ami-Stadion zuhause fühlen. Dort wird bei den Damen vermutlich auch die Piano-Ballade „My Own Worst Enemy“ für wohlige Seufzer sorgen, mir ist das Geschmachte mitsamt Gefiedel dann doch ein bisschen too much. Dann doch lieber mit „Out of Sight“ wieder ein paar Briketts drauflegen und Gas geben. Oder wie bei „Grey Matter“ die Akustikklampfe sprechen lassen, wenn es gefühlvoll werden soll. „Breaking Out“ schließt sich bluesbetont an, ehe „Shield“ beweist, dass ein akustischer Sechssaiter und ein Cello bestens zusammenpassen können.

JIM STAPLEY klingt nicht unbedingt so, wie man sich den Nordwesten Englands musikalisch vorstellt. Vielmehr würde man die Mucke auf „Long Time Coming“ in Richtung Mittlerer Westen der USA verorten. In jedem Fall macht das Küken seine Sache sehr ordentlich; Stapleys Organ bringt die nötige Energie und Kraft mit und auch das Songwriting kann sich hören lassen. Was wirklich Neues hat Jimmy zwar auch nicht im Köcher, aber dafür sind seine Ideen in Richtung Classic Rock fundiert und ausgewogen.

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