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JIMI HENDRIX - Valleys of Neptune

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Artist JIMI HENDRIX
Title Valleys of Neptune
Homepage JIMI HENDRIX
Label SONY MUSIC
Leserbewertung
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8.5/10 (4 Bewertungen)

„Jimi jetzt bei Sony Music“ – so steht es auf der Presseinfo zum „neuen“ Werk des Künstlers. Ein wenig geschmacklos finde ich das schon, besonders da er seit September 1970 nicht mehr unter uns weilt. Eine etwas integere Formulierung hätte an der Stelle wohl besser gepasst. Davon abgesehen liegt hier nun ein bis dato unveröffentlichtes Album vor. Und wer den Back-Katalog dieses Gitarrengurus kennt, der weiß, wie viele Veröffentlichungen es gibt und in welch farbigen Worten die ach so verschollen geglaubten Aufnahmen angepriesen werden … und man weiß auch, was für klanglich minderwerte Kost oft geliefert wird. Aber zum 40. Todestag kann man ja mal in den Archiven wühlen und dem Fan das Geld aus der Tasche ziehen, oder nicht?

In diesem Fall ist diese Kritik definitiv NICHT anzubringen. Unabhängig davon, ob das Material wirklich jetzt erst gefunden wurde, liegt hier ein reines Studio-Album vor, was jeden Anhänger des Gitarrenhexers in Verzückung geraten lässt. Den Einstieg macht mit „Stone Free“ eine leicht jazzige Nummer, die mit dem typisch entrückten Gesang und einem Chor aufwartet. Das folgende „Valleys Of Neptune“ ist zwar schon aus diversen Live-Mitschnitten bekannt, weiß aber auch in dieser Fassung zu überzeugen. Nach „Bleeding Heart“ kommt ein wirklicher Kracher, der auch ohne Live-Atmosphäre einfach groß ist. Die Rede ist von „Hear My Train A Comin’“ – 7:29 Hendrix-Blues vom Feinsten! Ach ja, wer schon immer auf die ursprüngliche Hendrix-Version des CREAM-Klassikers „Sunshine Of Your Love“ scharf war – auch dieser ist hier vertreten und spielt das eigentliche Original von CLAPTON und Co. locker an die Wand. Nachfolgend beweisen „Lover Man“, „Fire“ oder auch eine etwas andere Version von „Red House“ den Ausnahmestatus des viel zu früh verschiedenen Gitarrengurus. Das Finale bestreitet dann mit „Crying Blue Rain“ wiederum eine leicht jazzige Nummer und schließt damit eine Stunde exzellenter sphärischer Gitarrenmusik ab. Aber was diese CD neben dem Inhalt noch von der Masse abhebt ist ihr Klang! Noch nie klangen Hendrix’ Stücke so transparent, klar und dynamisch. Ähnlich wie bei dem Re-Release „Electric Ladyland“ wurde hier sehr viel Wert auf einen würdigen Sound gelegt.

Am Ende muss ich zu dieser Lobeshymne eine Einschränkung machen! Ich denke bei JIMI HENDRIX ist es so, dass man seine Musik entweder liebt oder hasst – etwas dazwischen wird es wohl kaum geben. Ich persönlich bin ein großer Fan von ihm (was man an dieser Stelle wohl auch gemerkt hat) – bin aber auch gerade deshalb kritisch, was die Veröffentlichungsflut seiner Musik angeht. Dieses Werk jedoch erweist ihm posthum alle Ehre und sollte in keiner Sammlung der Klassiker fehlen. Du bist Fan? Dann greif zu!

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