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JOE BONAMASSA - An Acoustic Evening At The Vienna Opera House

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Artist JOE BONAMASSA
Title An Acoustic Evening At The Vienna Opera House
Homepage JOE BONAMASSA
Label MASCOT
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Was soll ich an dieser Stelle über JOE BONAMSSA sagen, was nicht bereits mehrfach ausgedrückt wurde? Dass er ein Gitarrenvirtuose ist, ein Arbeitstier und ein Verfechter des handgemachten Blues, ist ja weithin bekannt. Und daher verkneife ich mir weitere einführende Worte und komme gleich auf das vorliegende neue Album zu sprechen.

Wie der Titel schon sag,t handelt es sich hierbei um ein rein akustisches Live-Werk, aufgezeichnet in der geschichtsträchtigen Wiener Oper. Als Intro ertönt mit „Arrival“ ein beinahe New Age-lastiges Stück. Und ganz ehrlich – da habe ich befürchtet, das erste Mal eine BONAMASSA-CD negativ kritisieren zu müssen. Aber zum/zu meinem Glück ist dieses Song nur ein Ausrutscher, um den Hörer womöglich auf das Kommende vorzubereiten. Und das folgende “ Palm Trees, Helicopters and Gasoline“ lässt mich dann erleichtert wieder in meine Couch zurücksinken. Während ältere Stücke, wie der eben erwähnte Titel, als auch das folgende „Jelly Roll“ noch sehr nah an ihren Wurzeln spielen, beweisen Titel wie „Dust Bowl“ BONAMASSAs Gespür für Musik und Blues. Denn gerade die sonst härter rockenden Songs wurden teils komplett umgestrickt, um im akustischen Gewand zu funktionieren. Einfach nur „unplugged“ ist nicht! Dem Hörer fällt auf, dass eben jene Stücke den Eindruck erwecken, völlig „neu“ zu sein. Oft genug kommen neben Joes Akustikgitarre auch Violinen zum Einsatz. Als Beispiel sei da „Slow Train“ erwähnt. Das Heulen der Lok wird hier komplett durch die Violinen erzeugt und hat dadurch einen ganz eigenen Charme. Überhaupt lässt der Gitarrenmeister auch gern einmal die Melodie von ebenen jenen Streichinstrumenten übernehmen. Und da ich nicht auf alle Stücke eingehen möchte, kann ich hier nur eines sagen. Der Live-Mitschnitt wird mit jedem Song besser und besser. Irgendwie kommt das Gefühl auf, dass BONAMASSA am Anfang des Abends diesem „Experiment“ (und teilweise der Rückkehr zu den Wurzeln) etwas nervös gegenüberstand. Aber die überschwänglichen Reaktionen des Publikums haben ihn dann warm werden lassen. Und das merkt man dann eben an Stücken wie „From the valley“ als Übergang zu „The Ballad of John Henry“, an der mitreißenden Interpretation vom „Dislocated boy“ oder auch bei “ Jockey Full of Bourbon“. Dabei verschwimmen die Genregrenzen zwischen Folk, Blues, Bluesgrass oder auch Country. Und dass das Ganze auch top produziert ist, muss ich bei einem Werk von JOE BONAMASSA nicht extra erwähnen.

Final kann ich folgendes anmerken: Wenn man nur die letzten Werke des Musikers kennt, wird man hier anfänglich Probleme haben, einen Zugang zu finden. Allerdings sollte das nach einigen Stücken ohne weiteres gelingen. Anhänger der frühen Werke werden jedoch schneller ihren Gefallen finden. Doch im Endeffekt sollte jeder Fan diesem ungewöhnlichen Live-Werk sein Gehör schenken. Denn dieser facettenreiche Mitschnitt macht einfach Spaß.

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