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JOE LA TRUITE - Ultimate Ninja Storm 2: Full Zguen

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Artist JOE LA TRUITE
Title Ultimate Ninja Storm 2: Full Zguen
Homepage JOE LA TRUITE
Label FULL ZGUEN RECORDS
Leserbewertung
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Entstanden ist das Bandprojekt 2017 aus einer Laune heraus, im gleichen Jahr wurde die erste EP veröffentlicht, 2019 folgte die zweite, 2022 die erste Langrille „Trapped In The Cosmos“, die jedoch nicht außerhalb ihrer Heimatregion Marseille jedoch nicht erhältlich war. Jetzt ist „Ultimate Ninja Storm 2: Full Zguen“ erschienen. Für den zweiten Longplayer sind JOE LA TRUITE besser aufgestellt; das Konzeptalbum „Ultimate Ninja Storm 2“ gibt es auch hierzulande und erzählt eine epische Geschichte über kosmische Charaktere in einer abenteuerlichen Spielwelt, die irgendwo im Kosmos oder u.U. auch in der Nähe von Marseille leben. Der Sound der dreiköpfigen Psych-Punk-Metal-Kapelle JOE LA TRUITE ist pure Energie und eine gute Portion Exzentrik.

„Little Ninja Zombie Cyborg“ eröffnet den Silberling mit einem markanten, eingängigen Riff und zieht die Hörer sofort in die Atmosphäre der Platte hinein. Der Song ist verspielt und energiegeladen – eine punkige Nummer, die zugleich offen und unprätentiös wirkt. Mit „Bad Death City“ wird es deutlich düsterer und vielschichtiger: Der Track kombiniert Nu-Metal-Einflüsse mit Rap-Vocals, die unweigerlich an Fred Durst denken lassen. Was ihn jedoch besonders macht, ist der subtile, jazzige Einschlag – vor allem im Schlagzeug-Intro und den Gitarrenriffs, die eine spielerische, fast absurde Note einbringen, ohne die Kohärenz zu verlieren. Die dissonante, nervöse Energie erinnert stellenweise an die experimentellen Werke von THE DILLINGER ESCAPE PLAN – ein Klangbild zwischen kontrolliertem Chaos und technischer Finesse. „Dark Zguen“ ist kurz, direkt und kompromisslos: eine pure Punk-Nummer, getragen von einfachen, aber punktgenauen Riffs. Das kleine Gitarrensolo am Ende verfehlt seine Wirkung nicht, doch das Stück bleibt roh, geradlinig und genau dadurch wirkungsvoll. „Cosmozouk“ sticht besonders hervor – ein faszinierender Hybrid aus Prog Metal und einem Hauch DEVIN-TOWNSEND-Extravaganz. Wuchtige Gitarrenwände treffen auf leichtfüßige Strukturen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Was JOE LA TRUITE hier auszeichnet, ist ihr Gespür für Balance: Trotz aller Komplexität bleiben ihre Punk-Wurzeln spürbar, angereichert durch einen Schuss persönlicher Wahnsinn, der dem Song eine unverwechselbare Note verleiht. Mit „Octagon 8000“ taucht die Combo tief in die kraftvolle Klangwelt des 90er-Metal ein. Aggressiver Gesang trifft auf explosive Instrumentierung – ein Track, der direkt ins Mark geht. Man fühlt sich, als befände man sich mitten in einer surrealen Arena, in der jederzeit alles explodieren könnte – energiegeladen, dramatisch, fesselnd. Mit dem nachfolgenden „Speed Race“ geht es mit Stahl- und Sechssaitern im Gepäck auf eine kosmische Reise, die energiegeladen in kalifornische Punk-Gefilde führt. „Farming Away“ knüpft nahtlos an diese mitreißende Stimmung an. Eine leicht verspielte Basslinie sorgt für Eigenständigkeit, während der Song insgesamt seine unbeschwerte, humorvolle Note beibehält. Und mit einem Titel wie „A Guy In a Bathrobe Skiing“ wird endgültig klar: Hier istauch eine ausgeprägte Exzentrik mit im Spiel. Der unwiderstehliche Groove schreit förmlich danach, live erlebt zu werden. „Children’s Council“ zählt zu den eindrucksvollsten Nummern der Full Length. Ein wilder Hauch ungezähmten Prog-Rocks – irgendwo zwischen Theater und Wahnsinn – dringt durch und verleiht dem Track eine vielschichtige, atmosphärisch dichte Tiefe. „Lightspeed“ hingegen bringt uns mit seinem schrägen Musikvideo und kompromisslosen Sound zurück zum Kern von JOE LA TRUITE: knallharter Punk-Hardcore ohne Umwege. Das Lied macht keine Gefangenen und dürfte on stage eine regelrechte Druckwelle erzeugen. „Dramaticus Collatio“ markiert einen spannenden Übergang – plötzlich fühlt man sich in einen energiegeladenen Gaming-Soundtrack versetzt. Dieser leitet nahtlos über in „Dramatic Battle“, ein wuchtiges Stück, das symphonische Elemente und große Chöre mit kraftvollem Heavy- und Thrash-Riffing vereint. Das Lied demonstriert eindrucksvoll, wie mühelos die Band scheinbar gegensätzliche Stile kombiniert, ohne ihre eigene Identität aus den Augen zu verlieren. Mit „Credits“ endet das Album auf instrumentale Weise – als würde es sich vor allen verbeugen, die an dieser vielschichtigen Reise beteiligt waren. Ein ruhiger, würdiger Schlusspunkt, der den Geist der Platte noch einmal einfängt und in aller Stille ausklingen lässt.

Mit „Ultimate Ninja Storm 2: Full Zguen“ bestätigen JOE LA TRUITE nicht nur ihr Gespür für kraftvolles Riffing, sondern vor allem die Fähigkeit, unterschiedlichste Einflüsse – von Punk über Metal und Prog bis hin zu jazzigen Elementen – auf eigenständige Weise zu verschmelzen. Trotz seiner verspielten und stellenweise absurden Oberfläche bleibt das Album in seiner Tiefe überraschend vielschichtig. Die brillante Produktion unterstreicht, wie viel Arbeit und Feingefühl in diesem Projekt stecken.

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