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JOHAN G. WINTHER - The Rupturing Sowle

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Artist JOHAN G. WINTHER
Title The Rupturing Sowle
Homepage JOHAN G. WINTHER
Label PELAGIC RECORDS
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JOHAN G. WINTHER kannte man bisher als Mitglied der Rockkapelle SCRAPS OF TAPE, mit der er sieben Alben aufgenommen hat. Auch mit der Blackend-Hardcore-Band BLESSINGS war der Schwede dreimal im Aufnahmestudio und dann gab es letztes Jahr noch eine Langrille mit den Post-Rockern von BARRENS auf die Ohren. Mit „The Rupturing Sowle“ ist der Göteborger erstmals im Alleingang unterwegs und präsentiert einen Instrumental-Longplayer, der noch vor Corona irgendwo in den Tiefen der schwedischen Wälder in einer kleinen Hütte entstanden ist.

Diese Hütte gehört Johans Familie und spielt für die Aufnahmen der Songs eine elementare Rolle. Im Zweifel sind sogar das Knarren der Bodendielen oder eines Sessels in dieser spartanischen Behausung auf der Platte zu hören. Natürlich übernehmen die klassischen Instrumente wie Geige und Piano den wesentlichen Soundanteil, wobei die angebotenen Klänge durchaus experimenteller Natur sind und gelegentlich auch in noisige Gefilde abdriften. So startet etwa der Opener „Outward Bound“ mit leisen Tönen, die mit dem nachfolgenden „As Above So Below“ ihre vergleichsweise eingängige Fortsetzung finden, ehe „The Chastening Star (Preludium)“ ein seltsam hohes Fiepen inne ist, das auch von der Bewegung einer rostigen Schaukel stammen könnte und fürs Ohr ein wenig anstrengend ist, während der Rest in seiner rauen Schale eigentlich durchaus zum Hören einlädt. Prasselndes Feuer nimmt derweil den geneigten Hörer mit dem geheimnisvollen „The Drifting Boat / Drunk On Blood“ in Empfang, wohingegen der Titeltrack „The Rupturing Sowle“ zunächst sachte durch die Gehörgänge mäandert, um dann mit an den Nerven zerrenden Störgeräuschen im Stil einer kreischenden Säge zu ergänzen. „Blacken The World“ überrascht mit fast schon beflügelten Melodien, bevor „Evighetstonen“ zu einer düsteren Melancholie zurückkehrt, die den Song neben dem rhythmusbetonten, repetitiven „Whiten The World“ zu einem der Highlights des Langspielers macht. „Tills Vi Inte Räds Förfärliga Tankar Längre“ heißt übersetzt ‚Bis wir keine Angst mehr vor schrecklichen Gedanken haben‘ und tatsächlich schwingt in dem Lied ein wenig Hoffnung mit, die mit dem finalen „No Horizon“ im musikalischen Zwielicht zur Unkenntlichkeit schwindet.

Nein, JOHAN G. WINTHER macht zweifellos keine Musik fürs Formatradio oder den Mainstream. So fehlt es für die Massentauglichkeit allein schon am Gesang, wobei mit den 13 Tracks durchaus eine Geschichte erzählt werden soll. Diese ist von einer alles überschattenden Traurigkeit geprägt, die auf „The Rupturing Sowle“ in einer reduzierten, atmosphärischen Klangsprache zum Ausdruck gebracht wird. Das ist mitunter anstrengend, setzt aber durchaus das eigene Kopfkino in rasante Bewegung. Eine Empfehlung an Fans von THE NOTWIST, JOHN FRUSCIANTE, PENGUIN CAFE ORCHESTRA, BOARDS OF CANADA, EXPLOSIONS IN THE SKY, CASPIAN, MOGWAI, SCRAPS OF TAPE, MOLINA, JIM O’ROUKE, PHIL ELVERUM, WARREN ELLIS oder auch BILL CALLAHAN.

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