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JOHN FOXX AND THE MATHS - Interplay

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Artist JOHN FOXX AND THE MATHS
Title Interplay
Homepage JOHN FOXX AND THE MATHS
Label METAMATIC
Leserbewertung
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9.0/10 (3 Bewertungen)

Der Name John Foxx fällt meistens dann, wenn ein ausnahmsweise einmal kenntnisreicher Radiomoderator auf ULTRAVOX zu sprechen kommt, der weiß, dass die Band vor MIDGE URE auch schon ein (weitaus kreativeres) Leben hatte. Damit hat es sich dann aber auch schon, denn dass Foxx nach dem Ausstieg aus der Band eine Solokarriere gestartet hat, wissen nur wenige. Frühe (bescheidene) Erfolge waren Singles wie „Underpass“ oder „Burning Car“, und „Europe After the Rain“ (aus seiner weniger elektronischen Phase) war auch schon mal im Radio zu hören. Ansonsten aber ist Foxx für die breite Masse gänzlich unbekannt. Dabei hätte er es verdient, viel stärker zur Kenntnis genommen zu werden. Sein pur elektronisches Album „Metamatic“ von 1980 war eine Steigerung dessen, WAS GARY NUMAN ein Jahr zuvor mit „Replicas“ abgeliefert hatte, aber während Numan eine Weile die Spitzenpositionen in den Charts für sich gepachtet hatte, konnte Foxx es mit Blick auf die Verkaufszahlen und auch in Sachen Publicity nicht mit Numan aufnehmen, obwohl der sich eigentlich stilistisch bei Foxx bedient hatte.

Dabei ist Foxx im Gegensatz zu eigentlich all seinen Kollegen um ein Vielfaches produktiver, aber auch das wissen nur die wenigsten. Allein in den letzten drei Jahren hat er seine Fans mit gut einem Dutzend Veröffentlichungen erfreut, und es geht weiter. In diesen Tagen hat er mit „Interplay“ eine Art Retro-Album vorgelegt, das auf „uraltem“ analogen Equipment eingespielt wurde, aber frischer klingt als alles, was neue Synthiebands als von den 80ern beeinflusst heute auf den Markt bringen, von HURTS (die das Ganze irgendwie missverstanden haben müssen) bis hin zu LAROUX (die immerhin gelungene Synthesizer-Klone hervorbringt). „Interplay“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Synthesizer-Sammler Benge alias Ben Edwards, der hier unter „The Maths“ firmiert. Gemeinsam haben Foxx und Benge zehn Tracks geschaffen, auf denen analoge Synthesizer den Hörer technisch dreißig Jahre in die Vergangenheit versetzen, musikalisch aber im Hier und Heute teilhaben lassen. So überholt das Equipment auch ist, klingt doch nichts auf diesem Album angestaubt oder altbacken, sondern das Gegenteil ist der Fall. Die Klangbilder, die Foxx und Benge vor dem geistigen Auge entstehen lassen, reißen den Hörer durchweg mit, mal temporeich („My Destination“), mal hypnotisch („Summerland“), mal ruhig („Interplay“), mal bedrohlich („Shatterproof“). „Interplay“ ist das Album, mit dem John Foxx es anno 1979/ 1980 vermutlich auf Platz 1 der UK-Charts geschafft hätte, was ihm mit der genialen, aber auch sehr unterkühlten LP „Metamatic“ versagt geblieben war.

So bleibt „Interplay“ leider nur ein Tipp unter Kennern, die breite und mehr als verdiente Anerkennung bleibt John Foxx auch diesmal versagt. Zum Glück schielt er nicht auf die Verkaufszahlen, sondern geht unbeirrt seinen Weg. Ein nächstes Album ist bereits angekündigt, weitere Projekte sind in Arbeit.

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