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JOHN FOXX - The Virgin Years 1980-1985 (5-CD)

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Artist JOHN FOXX
Title The Virgin Years 1980-1985 (5-CD)
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Spätestens seit seiner Zusammenarbeit mit dem Soundtüftler BENGE und seinem Projekt JOHN FOXX & THE MATHS ist der ehemalige ULTRAVOX!-Frontmann JOHN FOXX wieder in aller Munde, und was gibt es Erfreulicheres als eine preisgünstige CD-Box mit einem ganzen Stapel Soloalben? Eine preisgünstige CD-Box mit einem ganzen Stapel Soloalben und einer Zusatz-CD mit viel Bonusmaterial.

„The Virgin Years 1980 – 1985“ ist eine solche Box, die die ersten vier bei Virgin erschienenen FOXX-Alben enthält. „Metamatic“ von 1980 ist eigentlich das ultimative Album in Sachen Synthesizer-Pop, es gibt nichts zu verbessern, zu verfeinern oder zu veredeln, alles ist schlichtweg perfekt. Jeder Song ist ein Anspieltipp, ob „Plaza“, „Underpass“ oder „No-one Driving“ – das Album ist die logische Weiterentwicklung aus den ersten drei ULTRAVOX!-Alben, als die Band noch das Ausrufezeichen trug, das nach dem Ausstieg von FOXX und dem Einstieg von MIDGE URE abhandenkam.

Der „Metamatic“-Nachfolger „The Garden“ hätte nicht gegensätzlicher ausfallen können, kein kühler synthetischer Sound, sondern Gitarrenklänge (was die Vorabsingle „Europe After the Rain“ bereits deutlich erkennen ließ) und Chorgesänge (zugegebenermaßen synthetischer Machart), Songs, die nicht länger einem Roman von J.G. Ballard entsprungen zu sein scheinen, sondern die eine verträumte Klanglandschaft und entsprechende Bilder vor dem inneren Auge entstehen lassen. Der Titelsong übt mit Blick auf diese Wirkung die größte Faszination aus und nimmt viel von dem viele Jahre später folgenden FOXX-Projekt „Cathedral Oceans“ vorweg, mit dem er in den Ambient-Bereich vordringen sollte.

„The Golden Section“ kommt anders als „The Garden“ seltsam orientierungslos daher. Eine vorab ausgekoppelte Single, „Endlessly“, wurde für das Album (und für eine zweite Auskopplung) noch einmal komplett neu aufgenommen, wobei gerade an diesem einen Song deutlich wird, dass FOXX nicht so recht zu wissen schien, wohin er mit dem dritten Soloalbum wollte. War die Urversion noch mitreißend, wirkt die Neuaufnahme verhalten und im direkten Vergleich fade. Das gilt leider für das ganze Album, von dem nach dem Anhören wenig im Ohr bleibt (erst recht, weil man die bekanntere „Endlessly“-Version vermisst).

Mit dem letzten bei Virgin erschienenen Album „In Mysterious Ways“ bekommt FOXX vor seiner langen musikalischen Pause dann aber doch noch die Kurve, indem er kraftvolle Rhythmen mit verträumten Melodien vereint und Perlen wie „Stars on Fire“ oder „Lose All Sense of Time“ kreiert. Es ist einerseits erfreulich, dass FOXX seine Virgin-Jahre mit einem so guten Album abschließen konnte, anstatt mit Belanglosigkeiten in irgendeinem Schwarzen Loch zu verschwinden. Andererseits war „In Mysterious Ways“ auch der Beginn einer langen Wartezeit für seine Fans, da er sich wieder seiner zweiten Leidenschaft, der Fotografie, widmete, ehe er in den 90er Jahren zunächst mit dem kurzlebigen Projekt NATION 12 auftauchen und mit „Shifting Cities“ endlich wieder zur Musik zurückkehren sollte.

„The Virgin Years 1980 – 1985“ liefert eine kompakte Übersicht über FOXX‘ erste Solophase, wenngleich kompakt nicht mit komplett zu verwechseln ist. Zwar gibt es auf den Alben jeweils bis zu zehn Bonustitel, und die Bonus-CD „Fusion/ Fission“ legt noch einmal siebzehn Stücke nach, aber das reicht nicht ganz an die Materialfülle auf den vor ein paar Jahren erschienenen und zum Teil vergriffenen Doppel-CDs der vier Alben heran. Wer sich aber nicht gerade zu den Komplettsammlern rechnet, bekommt mit dieser Box für einen günstigen Preis eine gute Auswahl eines der einflussreichsten (wenn auch einer breiten Masse wenig bekannten) Musikers der Elektronikszene.

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