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JONA STEINBACH - Alles Negieren

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Artist JONA STEINBACH
Title Alles Negieren
Homepage JONA STEINBACH
Label COBRETTI
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Was soll man von einem Musiker halten, den man online unter dem Link www.sonnenstudio-oder-knast.de erreicht? Und in welchem Verhältnis steht der Name zur Singer-/ Songwriter-Mucke? Fragen, die ich nicht beantworten kann. Dafür weiß ich, dass JONA STEINBACH in Köln zu Hause ist und mit „Alles Negieren“ seine dritte Platte rausbringt. Vor sieben Jahren befand Thees Uhlmann den Erstling „Sich freuen bei 150“ als „eines der besten deutschsprachigen Debüts“ und ich nehme mal an, dass der TOMTE-Frontmann auch mit dem neuesten Output des Herrn Steinbach hochzufrieden sein wird.

Im Vergleich zu den Vorgänger-Alben hat JONA jetzt einen Nachnamen, ansonsten ist er dem Prinzip „sanfte Gitarre/ Orgel/ Computerbeats/ eindringliche Stimme“ treu geblieben. Gelegentlich schaut auch noch mal ein Streicher, ein Piano oder auch ein Waldhorn vorbei, jedoch wird nicht mehr so viel genölt wie in der Vergangenheit. Stattdessen scheint JONA STEINBACH bei aller Melancholie, die die einsamen Barden dieser Welt mit ihren Gitarren eint, zu weiten Teilen seinen Frieden gefunden zu haben. So vermittelt bereits der Opener „Kugel“ trotz der unüberhörbaren Schwermut auch einen gewissen Optimismus, der sich im Zwitschern von „In den Gedanken“ fortsetzt. Der Titeltrack „Alles Negieren“ gefällt mit Midtempo-Refrains und Eighties-Synthie-Klängen, während ruhige Songs wie „Ein Tanz“, „Seite“ und „Es wird böse enden“ wohl tatsächlich am besten mit dem von mir bei Johannes Stankowski ausgeliehenen Begriff „Kammerpop“ zu umschreiben sind. Für „Spaziergang“ kommt erneut mehr Elektronik ins Spiel, ehe einen unbetitelten Song lang Klangfetzen zu hören sind, die eine Drehorgel und unkenntliche Radiopassagen ans Ohr dringen lassen. Einen Haufen Wortspiele bringt „Du sagst mir immer nur, dass Du mich liebst, wenn Du betrunken auf dem Boden neben Kajtek liegst“ mit, ehe „Mario“ mit süßem Zwiegesang für ein emotionales Ende sorgt.

Zwar steht der Frühling jetzt endlich in den Startlöchern – wer sich vom Winterblues allerdings lieber ganz sachte lösen möchte, ist bei JONAS STEINBACH und „Alles Negieren“ bestens aufgehoben. Die feinen Arrangements fallen nicht mit der Tür ins Haus, sondern grüßen zurückhaltend wie das erste zarte Grün in der nach dem langen Winter erwachenden Natur. Ideale Entspannung nach dem ausgiebigen Frühjahrsputz.

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