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JONAS ALASKA - Tonight

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Artist JONAS ALASKA
Title Tonight
Label POPUP RECORDS
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JONAS ALASKA ist ein norwegischer Musiker, der sich dem Folk-Pop verschrieben hat. Irgendwie erinnert seine Musik und zufälligerweise auch sein Äußeres an BECK. Aber den BECK, den wir von „Sea Change“ kennen. In Norwegen ist er bereits bestens bekannt und auch seine Alben tummeln sich in den norwegischen Charts immer in den Top 5 herum. Sein neuestes Werk „Tonight“ unterschiedet sich fast bis gar nicht von seinen Vorgänger „Jonas Alaska“ (2011) bzw. „If Only As A Ghost“. Dass die Norweger ein gutes Händchen für gute Pop-Melodien haben, haben ja auch schon die 80er Vorreiter A-HA und neuere Acts wie KATZENJAMMER bewiesen. Es kommen also nicht nur überwiegend Black-Metal-Bands aus den düsteren Wäldern Norwegens hervor.

Mit dem gleichnamigen Opener aus seinem Drittwerk „Tonight“ wird einem gleich warm ums Herz. Luftige Meoldien, ein bisschen Hippie-Feeling und die Welt ist in Ordnung. Auf der Langrille stehen keine breite Sounds und Gitarrensoli im Vordergrund, sondern Tobias Sieberts fragile Stimme und seine Gitarre. Textlich dreht sich wie üblich alles ums Lieben und darum, darin zu scheitern. So, wie höchstens noch NICK CAVE, BLIXA BARGELD oder TOM WAITS, begibt sich JONAS ALASKA in die Rolle des stilsicheren Sängers, der das Unglück magisch anzuziehen scheint. Sein großes Kapital ist die dazu passende Stimme, diese unglaubliche Traurigkeit, die gleichzeitig klagen und schmachten kann. Das allein reicht eigentlich schon aus, um regelmäßig gute Platten zu veröffentlichen. Zwar kann er wunderbare Melodiebögen erzeugen, wie er auf „Come On And Dance“ oder „Mary, I’ll Remember This“ beweist. Auf Albumlänge mangelt es jedoch wegen der Fokussierung auf Balladen ein wenig an Abwechslung. Geradezu düster macht sich die Langrille auf den Weg; mitten in der Polarnacht, bei Stromausfall und mit einer Flasche Rotwein. Durch dunkle, melancholisch wabernd-klagende Soundgewölbe schwelgt und brodelt der Silberling vor sich hin.

Man wünscht sich einfach ein paar Ausbrüche mehr, welche die gediegene Atmosphäre auflockern oder auch mal kleinere Schwachstellen überbrücken. Zwar bewegen sich die Stücke auf „Tonight“ einzeln betrachtet auf hohem Niveau, nur geht ihnen auf Dauer etwas die Luft aus. Jonas‘ Stärke war es bislang immer, so wunderbar mit Harmonien zu spielen, dass bestimmte Lieder sich sofort festsetzen, auf „Tonight“ geht vieles im immer gleichen Grundrauschen unter. Hier haben wir Tracks, die ans Herz gehen, vorgetragen von einer der zerbrechlisten Stimme der jüngeren Musikgeschichte, die jedoch keinen umwerfenden Wandel in ihrer Musik darstellen.

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