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JORIS - Hoffnungslos Hoffnungsvoll

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Artist JORIS
Title Hoffnungslos Hoffnungsvoll
Homepage JORIS
Label FOUR MUSIC
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

JORIS ist in Vlotho bei Bielefeld aufgewachsen, hat zwei Semester an der Hochschule der populären Künste in Berlin studiert und unzählige Stunden in der Popakademie Mannheim zugebracht. Er spielt Gitarre, Klavier und Schlagzeug und singen kann er auch. 25 Jahre ist er jung und präsentiert mit „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ sein Langspiel-Debüt.

Im Fokus hat der Ostwestfale dabei sehnsuchtsvollen Singer-Songwriter-Pop, der mal sehr emotional, dann auch wieder federleicht daherkommt. Deshalb wird auch zunächst mal ein vorwärts treibender „Neustart“ hingelegt, bevor es „Herz über Kopf“ mit perlenden Melodien weitergeht. JORIS gönnt sich den Luxus, sein Herz entscheiden zu lassen, auch wenn der Verstand vielleicht etwas anderes sagt – sonst würde bei ihm wohl auch nicht die Musik im Lebensmittelpunkt stehen. Das „Feuerwerk“ fällt anfangs wenig opulent aus, sondern beschränkt sich auf ebenso minimalistische wie sentimentale Klänge, ehe der Beat fordernder wird. „Schnee“ zählt zu den melancholischsten Stücken des Longplayers, während der erfrischende „Sommerregen“ alles Dunkle wegwischt. Bei der Pianoballade „Bittersüß“ sagt bereits der Titel alles und dass beim opulenten „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ mal das Thema Sex im Zentrum stehen sollte, hört man nicht mehr wirklich raus. Ruhig und selbstreflektierend zeigt sich „Im Schneckenhaus“, ehe „Hollywood“ auf Breitwand-Feelings setzt. „Stadt in den Wolken“ hat eine gute Portion COLDPLAY-Pathos, wohingegen sich „Bis ans Ende der Welt“ rhythmusbetont mit dem Verlust geliebter Menschen und den Erinnerungen an diese auseinandersetzt. „Wie man es auch dreht“ ist solider, locker-flockiger Indie-Pop, auf den mit „Schwarz-Weiß“ noch schwermütige Klavierakkorde folgen.

JORIS macht Musik mit reichlich Herzblut und viel Abwechslung. Dazu trägt auch seine facettenreiche Stimme bei, die mal rauchig und kratzig, dann wieder sanft und sehnsüchtig des Hörers Herz und Ohr erreicht. Musikalische Leichtigkeit trifft auf hier auf einen erdigen Sound, der für ein solides Fundament sorgt. Textlich hat sich der Mittzwanziger für „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ vielleicht einmal zu viel in der Klischee-Kiste bedient, aber ich bin mir sicher, auch das wird noch.

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