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JUDAS PRIEST - Nostradamus

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Artist JUDAS PRIEST
Title Nostradamus
Homepage JUDAS PRIEST
Label SONYBMG
Leserbewertung
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5.8/10 (6 Bewertungen)

Also nach dem letzten Rohrkrepierer des einstigen Heavy Metal-Flakschiffs JUDAS PRIEST und der Ankündigung eines großangelegten Konzeptwerkes, habe ich nicht allzu viel erwartet. Und genau das bestätigt sich! Wenn selbst Ober-Priester Götz K. nach der Listening-Session enttäuscht ist, spricht das Bände. Der Sound ist für ein Werk mit einem solchen Anspruch eigentlich lächerlich flach, die Gitarrensoli klingen wie aus dem Hintergrund gespielt. Alles klingt reichlich zahm und bieder. Gut, musikalisch ist man mit den operesken und klassischen Sachen schon gut dabei, aber was hat das verdammt noch mal mit PRIEST zu tun??? Wenn ich Opern-Metal hören will, dann zieh ich mir die Legionen an Bands rein, die wissen, wie das geht. Zudem nerven die vor nahezu jeden Song gesetzten Intros, die zwar größtenteils gelungen sind, aber einfach nur alles in die Länge ziehen. Schlussendlich haben wir hier 102 Minuten Musik vorliegen!

Das Konzept über Nostradamus an sich ist auch interessant, aber warum macht man da nicht entweder eine Projekt-Scheibe draus oder überlässt das anderen Bands? DREAM THEATER zum Beispiel. Der erste richtige Track „Prophecy“ ist ja vielleicht mit Wohlwollen noch als klassischer PRIEST-Song zu sehen, allerdings so ziemlich ohne Biss. Ein völlig überfrachteter Track wie „War“ klingt allerdings lediglich wie ein zu lang geratenes Intro und weckt schmerzlichste Erinnerungen an die letzte MANOWAR-Arschbombe. Und ausgerechnet dieser überflüssige Track wird auch noch gesondert auf dem Frontsticker genannt!? Priest waren ja immer schon bekannt für auch mal ruhigere Töne, aber das hier geht gar nicht. Halford singt einfach nur belanglos rum meistens, absolut ohne Aggressivität. Was soll zahnloses Gedudel wie „Pestilence and Plague“??? Und wie will man das live bringen? Alles vom Band? Ja danke auch. Leute, Metal… METAL wollen wir! Den kann man hier allerdings mit der Lupe suchen. Und wenn jetzt irgend jemand dieses Werk auch nur annähernd mit „Operation: Mindcrime“, „7th Son of a 7th Son“ oder „Streets“ in Verbindung bringt, knöpfe ich ihm/ ihr persönlich die gesamte Plattensammlung ab! Das kurze Doppelintro auf „Mindcrime“ verursacht mehr Spannung und Gänsehaut wie die gesamten 102 hier vorliegenden Minuten zusammen! „Death“ oder „Conquest“ sind einfach nur langweilig, da kann mir einer mit noch soviel Anspruch etc. blabla ankommen… LAAANGWEILIG! Schlimm genug, dass im Info schon das Wort „Klassiker“ im Zusammenhang mit „Nostradamus“ benutzt wird (vor Veröffentlichung wohlgemerkt!) und man es gleichsetzt mit „Screaming for Vengeance“, „Painkiller“ oder „British Steel“! Wo leben die Verzapfer eines solchen Unfugs eigentlich??? Auf jeden Fall nicht auf diesem Planeten. Strategisch geschickt war es natürlich, mit dem Titeltrack vorab den einzigen wirklich brauchbaren Track der Scheibe ins Netz zu stellen. Allerdings hört der sich auch mal ganz schwer nach einem absoluten „Painkiller“-Rip Off an. Die Band ist anscheinend kompositorisch vollends tot mittlerweile, da hat auch die Rückkehr Halfords null gebracht. Der hat mit seiner eigenen Band wesentlich authentischeren JP-Sound gezockt wie Priest selber! Das sollte er auch in Zukunft tun (egal, ob mit FIGHT oder mit HALFORD), denn solch eine Hörspielkacke wie hier will von dem Metalgott keiner hören… ich hab zumindest noch keinen getroffen! Kurz bevor man vollends einschläft am Ende von CD 1, ertönen doch noch so was wie klassische Priest-Fragmente mit „Persecution“. Da wippt wenigst der Fuß mal mit. Allerdings verwässern die Keyboards und der nun wirklich absolut zahnlose Sound den respektablen Track. Das wäre zu „Painkiller“-Zeiten aber höchstens eine B-Seite geworden. Was ist das überhaupt für ein Klampfensound bei den Soli???

Mal sehen, was CD2 zu bieten hat… Genauso viel Geschwurbel wie CD 1. Selbst die halbwegs gelungene Halbballade „Alone“ langweilt mit viel zu langen 8 Minuten, das hört man sich keine 10 Mal freiwillig an. Genauso wenig wie das ganze Album. „Visions“ oder das Prog-poppige „New Beginnings“ sind völliger Schrott und der einzige Track, den man als METAL bezeichnen kann ist der Titeltrack. Der startet aber auch erst nach einer Minute durch, bietet dann aber wenigst Doublebass und Speed-Riffing der alten Priest-Schule. Halford variiert den aggressiveren Gesang klassischer. Gut, aber mehr auch nicht. Damit will man wohl alte Fans beglücken. Ob aber ein einziger brauchbarer Song reicht, um ein Doppelalbum zu kaufen, wage ich mal zu bezweifeln! Zumal auch hier der Sound natürlich hahnebüchend ist. Hätte man bei den 14 Songs mehr Kracher dieser Kategorie am Start, könnte man auch den restlichen Kram verschmerzen. Zumal mit dem Abschlußtrack „Future of Mankind“ ein schwer stampfender metallischer Song ertönt, der zeigt, das die Band es doch theoretisch noch könnte, wenn man sich mal auf seine Stärken besinnen würde!

Und die liegen nun mal im klassischen Dampfhammer-Heavy Metal. Nee, meine Herren. Mit diesem Werk stinkt Ihr völlig ab! Und sollte da nicht im nächsten Jahr ganz fix eine Besinnung Richtung old-school-Sound stattfinden, kann man die Band schon mal zu Grabe tragen. Außer völlig verklärten Fanatikern, die jeden Furz der Herren als göttlich hinstellen, kann diesem Doppelalbum niemand etwas abgewinnen. OK, es gibt ein paar lichte Momente, aber das hebt die Scheibe bestenfalls auf unteres Durchschnittsniveau. Und mit dieser Einschätzung stehe ich beileibe nicht alleine da! Traurig, aber leider wahr. Total überflüssig.

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