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JULIA HÜLSMANN TRIO - The End of a Summer

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Artist JULIA HÜLSMANN TRIO
Title The End of a Summer
Homepage JULIA HÜLSMANN TRIO
Label ECM/ UNIVERSAL
Leserbewertung
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“Don’t play what’s there, play what’s not there”, sagte schon MILES DAVIS und an diesen Grundsatz hat sich das JULIA HÜLSMANN TRIO wohl orientiert, als es die reduzierten Titel auf “The End of a Summer” ersann. Zart angeschlagene Klavierakkorde, eine mit dem Schlagzeug-Besen gestreichelte Snare und ein prominent agierender Bass bestimmen fast das gesamte Erscheinungsbild des Abgesangs auf den Sommer. Nur bei „Quint“ und „Gelb“ geht es ein wenig hektischer und lebendiger zu…

So passen die Klangbilder auch hervorragend in den späten Herbst hinein und laden uns dabei förmlich zu einem guten Rotwein oder Buch ein. Zur Untermalung dieser Aktivitäten darf das Album gerne zurate gezogen werden, ohne jedoch als Muzak missbraucht zu werden, sondern um die passenden Stimmungen zu erzeugen… Aber auch als ein einfaches Genussmittel, unter Zuhilfenahme von Kopfhörern, sehr zu empfehlen. JULIA HÜLSMANN ist keine Unbekannte mehr, trat jedoch selten ohne Beteiligung anderer Künstler als reine Bandleaderin ihres Trios in Erscheinung. Bekannt wurde das Trio durch die Arbeiten mit REBEKKA BAKKEN und ROGER CICERO (ja dem!), bei der Gedichte von Emily Dickinson vertont wurden (Auch NICK DRAKEs „Riverman“ ist auf „Good Morning Midnight“ zu finden. Man sieht und hört: die Frau hat Geschmack!). Auch die Zusammenarbeit mit Anna Lauvergnac unterstreicht das gute popkulturelle (Ge-)Wissen, denn dort wurden die Kompositionen eines (gewissen) RANDY NEWMANs neu bearbeitet (und jetzt alle bitte dessen neues Album „Harps and Angels“ kaufen!). Diese Affinität zum „gewöhnlichen“ Pop zeigt sich auf „The End of a Summer“ in einer Bearbeitung des „Mr. Heidi Klum“ -Schmachtfetzens „Kiss from a rose“, das aber lediglich durch die Klaviermelodie wieder zu erkennen ist.

Ein wunderbares Stück instrumentaler Musik, makellos aufgenommen im Osloer Rainbow Studio. Ein Album zum träumen und nachdenken und das alles unter dem Gesichtspunkt eines Musikliebhabers betrachtet. Tiefgründige Analysen überlasse ich der Jazzforschung. Aber um es noch mal mit MILES DAVIS zu halten: “I never thought that the music called „jazz“ was ever meant to reach just a small group of people, or become a museum thing locked under glass like all other dead things that were once considered artistic.” Dem ist nichts hinzuzufügen!

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