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JUNGLELYD - s/t

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Artist JUNGLELYD
Title s/t
Homepage JUNGLELYD
Label SOUNDS OF SUBTERRANIA
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

So ist das mit der Globalisierung: lateinamerikanische Cumbia-Sounds finden problemlos ihren Weg ins nordeuropäische Aarhus! Die siebenköpfige Instrumental-Combo JUNGLELYD macht seit 2015 einen Sound, den sie selbst einen Mix aus Cumbia (ursprünglich aus Kolumbien stammend), World, Electronic, Tropical Bass, Surf, Latin und Psychedelic nennt und der die traditionelle lateinamerikanische Tanzmusik mit modernen Ingredienzien würzt. Nach zwei EPs veröffentlichen die Dänen jetzt ihre erste Full Length und haben sich dafür u.a. auch gesangliche Unterstützung in weiblicher und männlicher Tonfärbung geholt.

Das Album beginnt mit einer Hymne an das größte Lebenselixier der Welt: „Coffee“. Natürlich eingebettet in eine entspannte Cumbia-Melodie. Die leichten Gitarrenharmonien entwickeln sich, schweben auf raumumschließenden Synthie-Wellen und folgen rhythmischen Mustern, die den Körper unweigerlich in Tanzlaune bringen. Etwas komplexer in seiner rhythmischen Struktur, dabei aber immer noch extrem groovig ist „Boots“. ‚Spuk‘ ist das beste Wort, um den dritten Streich „Lucerito de la Manana“ zu beschreiben, in dem die Sängerin Luna Ersahin mit Lead-Vocals und mystischen südamerikanischen Flöten den gewissen Unterschied kreiert, um am Ende mit einem Hauch von psychedelischem Jazz zu schließen. Dub, Psybient und Cumbia schließen sich für die nächsten Nummern zusammen, denn JUNGLELYD fügen der eindringlichen Mucke aus den Anden, die indigene südamerikanische Melodien und afrikanischer Klangfolgen vereint, ihre psychedelische Idee von Spacerock hinzu.

Der Erstling vereint auf diese Weise die musikalische Hitze des Dschungels mit ehemals kühlen elektronischen Elementen und europäischen Kompositionen. Die Band kombiniert gekonnt digitale und analoge Instrumente in ihrer Musik und beweist dabei nicht nur ein Händchen fürs Songwriting, sondern auch handwerklichen Können und Variantenreichtum. Die pochenden Rhythmen werden so zur gelungenen Melange aus elektronischen Beats und Live-Percussion, während Gitarren, Bass sowie Blasinstrumente eine lebendige melodische Umarmung bilden. Ich würde sagen, der Sommer kann kommen, denn JUNGLELYD haben ja mit ihrem selbstbetitelten Debüt bereits den Soundtrack für heiße Strandpartys geliefert und verwandeln damit zur Not auch einen tristen deutschen Hinterhof in einen wahren Latino-Hexenkessel.

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