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JUPITER JONES - Das Gegenteil von Allem

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Artist JUPITER JONES
Title Das Gegenteil von Allem
Homepage JUPITER JONES
Label SONY
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Mit dem wunderbaren „Still“ haben JUPITER JONES 2011 den deutschsprachigen Song abgeliefert, der in jenem Jahr am häufigsten im Radio gespielt wurde. Nicht unbedingt das, was man von einer Punkband erwartet, aber die TOTEN HOSEN laufen ja auch in Dauer-Rotation im Hörfunk. In jedem Fall bedeutete dieser Erfolg u.a. Gold für das selbstbetitelte Album der Jungs aus der Eifel. Nun war dieser Silberling keinesfalls das Debüt der Herrschaften, die tatsächlich schon seit Herbst 2002 gemeinsame Sache machen und zuvor bereits drei Longplayer veröffentlicht hatten. Jetzt schließt sich mit „Das Gegenteil von Allem“ der fünfte Studio-Output an, der allerdings vermutlich für die meisten Leute eher als zweite Platte wahrgenommen wird – das Kreuz mit dem Überhit…

Dass JUPITER JONES heuer zum räudigen Punk ihrer Anfangstage zurückkehren würden, war nicht zu erwarten und so klingt die zweite Single „Rennen + Stolpern“ auch eher nach einer logischen Fortsetzung von „Still“, was jedoch keinesfalls negativ gemeint ist. Und für die krachenden Momente haben sich JJ einfach mal illustre Gäste eingeladen. So beehren FERRIC MC und Jennifer Weist den treibenden Gratis-Download „Denn sie wissen was sie tun“ mit ihrem Gesang, nachdem sich der Opener „4-6-9 Millionen“ mit beschwingten Piano-Akkorden vielversprechend angelassen hat. Was folgt sind mit „Treppenwitz“ und „Anderthalb Sommer“ zwei Nummern, die sich für meinen Geschmack leider ein wenig in Beliebigkeit verlieren. Nette Mucke, keine Frage, aber ohne die nötigen Widerhaken, um im Gedächtnis zu bleiben. Der Ballade „Hunderttausend Typen wach“ fehlt es derweil hier und da am besonderen Charme, um nicht im Kitsch zu enden und auch „Zuckerwasser“ ist zweifellos gelungener Gitarren-Pop, aber dadurch auch eine Spur zu austauschbar. Mit „Glücklich (wir müssen üben)“ legen die Herrschaften wieder an Tempo zu und mit dem beschwingten „Die Landung“ empfehlen sich die Eifel-Rocker erneut fürs Radio. Zwei Highlights der Platte sind zweifellos das druckvolle „Momentaufnahme 3 (Schrödingers Dilemma)“ und das finale „Alles was ich weiß“, das mit leisen Melodien und sparsamer Instrumentierung gefällt.

Was tun, wenn die Bürde des Mainstream-Erfolges plötzlich auf einem lastet? Wenn die Fans deutlich mehr, aber auch andere geworden sind? JUPITER JONES sind den vor zwei Jahren eingeschlagenen Weg mit „Das Gegenteil von Allem“ konsequent weitergegangen und werden damit vermutlich Fans und Kritiker spalten. Die Mucke ist zweifellos massenkompatibler geworden, birgt aber dennoch einige kleine Schätze, die es zu heben gilt. Ansonsten bin ich mir sicher, dass Nicholas Müller (Gesang & Gitarre), Andreas Becker (Bass), Marco Hontheim (Drums) und Sascha Eigner (Gitarre) ihren neuen Tracks live noch jede Menge Leben einhauchen werden. Der kleine Junge mit den Kopfhörern auf dem Cover ist übrigens Sascha himself – Ende der Siebziger vor heimischer Schrankwand.

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