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JUPITER JONES - Holiday in Catatonia

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Artist JUPITER JONES
Title Holiday in Catatonia
Homepage JUPITER JONES
Label MATHILDAS UND TITUS TONTRÄGER
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Nachdem sie im vergangenen Jahr noch unplugged mit dem Album und der DVD „…leise“ aus dem Kapuzinerkloster Cochem von sich reden machen machten, kehren JUPITER JONES jetzt wieder zu ihren deutschsprachigen Punk-Wurzeln zurück. „Holiday In Catatonia“ heißt die dritte Langrille der Jungs aus Hamburg/ Koblenz/ Eifel, die sich nach einem der „Drei ???“-Detektive benannt haben. Justus Jonas heißt im Original nämlich Jupiter Jones – da ist es nur konsequent, das bandeigene Label nach der Tante und dem Onkel zu benennen, auf deren Schrottplatz Detektiv JJ gemeinsam mit seinen Kumpels sein Hauptquartier hat.

Unter diesen Umständen dürfte es für die Band auch etwas besonderes sein, dass der deutsche Sprecher dieser Figur, Oliver Rohrbeck, das Credo der Single „Das Jahr in dem ich schlief“ spricht. Hier wird durchaus ordentlich gerockt, richtig zur Sache geht’s jedoch beim Opener „Das zu wissen“, mit dem ich „Holiday In Catatonia“ gleich in mein Herz schließe. Aber JUPITER JONES können auch extrem melodiös, wie sie mit „Was anders war“ beweisen. „Eine Landjugend“ sieht da ganz anders aus. Der rege Verlust von Hirnzellen stand wohl auch bei den Herrschaften aus der Eifel ganz oben auf der Liste der beliebtesten Freizeitaktivitäten. Inzwischen sind sie aber so abgeklärt, dass sie schon bläsergeschwängtere Abgesänge auf ihre Jugend zelebrieren, wozu natürlich auch die Titel „Heute ist der erste Tag an dem ich mich offiziell alt fühle“ und „Da leiden hier leiden“ hervorragend passen. Überhaupt sollte man sich bei JUPITER JONES Zeit für die Texte nehmen, die sind nämlich nicht nur schönes Beiwerk, damit Nicholas Müllers sonore Stimme wirken kann, sondern elementarer Bestandteil der Musik, der sich eben auch mit der mit der alten, dörflichen Heimat und dem Erwachsenwerden beschäftigt. Die Wut darüber, dass Tausende dem Österreicher Rechtspopulisten Jörg Haider auf dessen Beerdigung nachweinten, hat „Du und Jörg Haider“ stark beeinflusst. Entsprechend strahlt der Track, für den Ingo Donot als Gastsänger verpflichtet werden konnte, eine gewisse, durchaus positive Aggressivität aus. Als weiteren Gast konnten JUPITER JONES die Schauspielerin und Sängerin Jana Pallaske gewinnen, die dem emotionalen „Nordpol/Südpol“ ihre Stimme leiht. Mit „Er lässt doch immer alles fallen“ geht es druckvoll weiter, bevor „Wer winkt hier eigentlich wem“ und „Und dann warten“ (besonders schön: der Kontrabass und die Slide Guitar!) nochmals ruhige Töne anschlagen.

Ein gelungener Mix aus nachdenklichen Texten, großen Melodien, brachialen Gitarrenriffs und kleinen Geschichten, die gekonnt in abwechslungsreiche Musik verpackt wurden. Ein neuer Stern am deutschen Indie-Himmel, den es für die Hardcore-Fans in der Erstauflage auch als Special Edition mit einer zusätzlichen DVD gibt, auf der sich neben dem Video zu „Das Jahr in dem ich schlief“ auch noch ein 45-minütigen Making Of zu „Holidays In Katatonia“ befindet.

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