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KÄRTSY - Away

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Artist KÄRTSY
Title Away
Homepage KÄRTSY
Label G RECORDS
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Bei KÄRTSY klingelt nix? Vielleicht jedoch bei WALTARI? Bei den finnischen Crossover-Metallern steht Kärtsy Hatakka seit der Bandgründung 1986 am Mikro und zupft zudem den Bass und kümmert sich um Tasten und Knöpfe. Unter seinem Vornamen veröffentlicht er jetzt sein zweites Solo-Album „Away“, mit dem er sich bewusst von seinem bekanntesten Musik-Projekt abzugrenzen versucht.

Nun haben WALTARI schon in so ziemlich jedem Genre gewildert, weshalb es diesbezüglich schon mal schwierig wird, neue Einflüsse zu berücksichtigen, die es nicht irgendwie auch schon in Band-Formation gegeben hat, wenn man nicht gleich eine ganz andere Richtung einschlagen möchte (wie wäre es mal mit Jazz? Schlager? R’nB?). Außerdem drückt der einzigartige Gesang des Fronters und Hauptsongschreibers beiden Projekten sowieso schon einen ganz eigenen Stempel auf. Was hat KÄRTSY also bei „Away“ anders gemacht? Nun, es wird straight gerockt, wobei Herr Hatakka keine Angst vor einer gewissen Poppigkeit hat und seine Songs durchweg zum Tanzen einladen (okay, das gilt in gleichem Maße auch für WALTARI, von denen es übrigens seit 2009 kein Studio-Lebenszeichen mehr gab). „Please Don’t See Me“ startet entsprechend geradeaus, während „Guilty“ punkige Versatzstücke ins Rennen schickt und „Temptation“ ebenso wie „Freedom Falling“ bittersüße nordische Melancholie ins melodiöse Spiel bringt. Mit der Single-Auskopplung „Fade Away“ macht der Rotschopf mitsamt schwungvoller Tastenarbeit ordentlich Tempo, während beim druckvollen „Fountain“ insbesondere die Slide-Gitarre im Ohr bleibt. Sogar dezente Reggae-Anleihen haben ihren Weg in den KÄRTSY-Sound gefunden wie „Beyond“ unter Beweis stellt. „I Sacrifice“ und „Days“ sind noch einmal knackige Beispiele für das dramatische Songwriting des Skandinaviers, das seinen theatralischen Höhepunkt im finalen „Stepford Men“ findet. Inspiration war hier im Übrigen der Filmklassiker „Die Frauen von Stepford“.

Man muss die nicht unbedingt fehlerfreie Stimme des Herrn Hatakka schon mögen, um sich mit seiner Musik (oder auch der von WALTARI) anfreunden zu können. Ansonsten kann man KÄRTSY durchweg bescheinigen, dass er sein Handwerk versteht und auch mit dem nötigen Herzblut bei der Sache ist, um „Away“ rund zu machen. Also dann: es darf getanzt werden, Nordmannen!

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