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KAFKAS - Paula

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Artist KAFKAS
Title Paula
Homepage KAFKAS
Label DOMCORE
Leserbewertung
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5.5/10 (10 Bewertungen)

Bereits seit 15 Jahren machen die KAFKAS die Gegend um Fulda unsicher und erfreuen sich einer wachsenden und äußerst treuen Anhängerschaft. An mir ist die Kapelle bisher vorbei gegangen, umso erstaunter bin ich, dass man die vier Herrschaften bisher mit Punkrock in Verbindung gebracht zu haben scheint. Für mich klingt das fünfte Album „Paula“ doch eher nach Elektro-Indie, aber die Protagonisten spielen nach eigener Aussage ja auch Punkrock ohne Lederjacke und Hardcore ohne Muskeln.

Mit ihrer Vorabsingle „Klatscht in die Hände!“ ist der Vierer auf jeden Fall näher am Synthie-Pop mit Indie-Appeal als am krachenden Punkrock. Und „Deine Lippen schweigen“ lässt mich eindeutig an die SPORTFREUNDE STILLER denken. Ok, „90 Minuten“ bringt zumindest etwas mehr Drive mit, aber der gute alte Punk bekommt bei den KAFKAS eindeutig ne Menge Indie aufs Brot geschmiert. Überhaupt klingen die Hessen in meinen Ohren mehr nach Spaßpoppunk, für den man bei „Leben ist gut“ auch gleich mal einen Kinderchor engagiert hat. Mit „Wenn es eine Hölle gibt“ übernehmen dann tatsächlich mal ruppige Langäxte das Sagen und auch „Ich will kein Kumpel von euch sein“ sowie “Die Götter versagen“ bleiben in ähnlichen Gefilden, bevor „…wenn ich mal ein Tattoo habe“ und „Hell oder dunkel“ wieder elektronischer werden. Ein Hauch Ska weht durch das flotte „Der Kuchen ist gegessen“, während „Zwei Hände reichen nicht“ melancholische Töne anschlägt. „Warum kann die Welt keine Scheibe sein?“ fragen KAFKAS im Folgenden mit viel Geschrammel, um wenig später festzustellen „Irgendwas ging schief“. Dafür wird erneut auf Keyboardtasten eingedroschen, bevor die Gitarrensaiten zu „2000 Hände“ ausführlich bearbeitet werden. Auf der Zielgeraden geht es mit „Nur noch eine Raste“ in den Mitgröl-Modus für juvenile Musikkonsumenten, die vermutlich die KAFKAS-Zielgruppe darstellen.

„Paula“ bietet eingängige Musik mit Gute-Laune-Garantie, der allerdings der letzte Biss fehlt. In Unkenntnis der vorherigen Platten kann ich KAKFAS zweifellos eine gehörige Massentauglichkeit bescheinigen, die allerdings nur eine geringe Halbwertszeit haben dürfte, da der nötige Tiefgang und die Eigenständigkeit des Sounds fehlen.

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