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KAFKAS - Ringo

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Artist KAFKAS
Title Ringo
Homepage KAFKAS
Label DOMCORE
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Mastermind bei den KAFKAS ist Markus Gabi Kafka und „Ringo“ das nach eigener Aussage meistverschobene Album der Musikgeschichte. Worin diese Verzögerungen konkret begründet waren, vermag ich nicht zu sagen, denn die Band ist in den Medien nicht unbedingt omnipräsent und im Mittelpunkt steht klar die Musik und nicht die Insta-Story. Gesungen wird auf Deutsch, der Stil bewegt sich irgendwo zwischen Pop, Punk, Eighties-NDW, Alternative und Deutschrock. Man spricht davon, bewusst uncool zu sein und ist auf diese Weise doch wieder ziemlich cool.

13 Songs schicken die KAFKAS mit „Ringo“ in die Welt. Den Anfang macht die Vorab-Single „Die Königin“, die mit ihrem poppigen Indie-Sound gleich ins Ohr geht, bevor das gut gelaunte „Lieber Gott“ in bester Synthie-Pop-Manier versucht, den Allmächtigen zu einer Optimierung des menschlichen Daseins zu bewegen – falls nötig auch mithilfe von regelmäßigen Gebeten, Bußen und durch das Ausfüllen von Formularen. Ein „Gutes Gefühl“ hat die Combo schon mal und bringt dies recht kurzweilig zum Ausdruck. Bei den KAFKAS wird gern mit einem Augenzwinkern agiert und halt „Irgendwie anders“.  Nun ist der Sound nicht unbedingt bahnbrechend, aber auf unspektakuläre Art charmant. Natürlich bräuchte man die sympathische Kapelle deshalb wie gewünscht „Nach Hause“ und „Mir ist so vieles nicht egal“ ist mit einer feinen Ironie gewürzt, die schlicht Spaß macht. „Wenn ich so viel vergesse“ schlägt derweil melancholische Klänge an, während „Baut es höher“ mit viel Tempo Kritik an Konsum und Turbokapitalismus übt. „Diese Nacht“ liebäugelt erneut mit NDW-Synthesizer-Melodien und „Kein Problem“ fungiert als flottes Statement, sich nicht zu verbiegen, um dem Mainstream zu gefallen. Schon mal „Termindomino“ gespielt? Die KAFKAS erklären, wie’s geht! Auf der Zielgerade gibt es dank „Ohne Dich“ noch einen sehnsuchtsvollen Abgesang auf eine abwesende Person, ehe „Schöne Grüße“ in der Schneider-Version ein letztes Mal auf den Dancefloor bittet.

Wie viele Bands haben wohl in ihrem Aufnahmestudio ein Auffanglager für verletzte und verwaiste Vögel? Sehr wahrscheinlich haben die KAFKAS diesbezüglich sogar ein Alleinstellungsmerkmal. Das Thema Wildvogelrettung ist den Beteiligten so wichtig, dass aktuell keine Tour stattfinden kann, da die Tiere momentan ihren ehrenamtlichen Support benötigen. Nichtsdestotrotz schadet es jedoch nicht, „Ringo“ einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Zumindest, wenn deutschsprachiger Indie-Pop mit einem gewissen Retro-Einschlag und beachtenswerten Texten im Fokus stehen.

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