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KAISER CHIEFS - The Future Is Medieval

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Artist KAISER CHIEFS
Title The Future Is Medieval
Homepage KAISER CHIEFS
Label B-UNIQUE RECORDS
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Nachdem die KAISER CHIEFS aus Leeds Anfang Juni auf ihrer Homepage mit 20 neuen Songs überraschten, aus denen man sich sein persönliches 10-Track-Album von „The Future Is Medieval“ inklusive eigenem Artwork zusammenbasteln und sogar weiterverkaufen kann, erscheint jetzt das reguläre vierte Studioalbum mit 13 Tracks in den Plattenläden, deren Auswahl die KAISER CHIEFS ihren geneigten Hörern abgenommen haben. Daheim ist der Fünfer schon lange ne richtig große Nummer und auch hierzulande gibt es seit ihrer Singleauskopplung „Ruby“ vom 2007er „Yours Truly, Angry Mob“ kaum eine Indie-Party, auf der die KAISER CHIEFS nicht vertreten sind. An derlei Erfolge konnte Longplayer #3 mit Namen „Off With Their Heads“ ein Jahr später zwar nicht anschließen, aber es reichte immerhin für Position 26 in den deutschen Albumcharts und das Silberpodest in den englischen Wertungen.

Nach diesem vermeintlichen Schnellstart, der musikalisch meines Erachtens über jeden Zweifel erhaben war, haben sich die Fünf drei Jahre Zeit gelassen und präsentieren jetzt ihr jüngstes Baby, das mit der ersten Single „Little Shocks“ flott schrammelnd beginnt. Die Sounds von „Things Change“ klingen hingegen etwas reduzierter, bis die Jungs schließlich zum großen Geschwurbel angesetzen. Gut gelaunt schließt sich „Long Way From Celebrating“ an, bei dem das Tempo gern mal wechselt, während der Gratis-Vorab-Download „Starts With Nothing“ ein wenig düsterer daherkommt. „Out of Focus“ fehlt es ein wenig an der Initialzündung – irgendwie wartet man die ganze Zeit darauf, dass endlich der große Knall kommt, aber er will sich einfach nicht einstellen. Dabei wäre das Stück mit eben diesem Paukenschlag tiptop. Dafür lässt es „Dead Or In Serious Trouble“ mit allem Drum und Dran krachen und auch die Pianonummer „When All Is Quiet“, die sich anhört als seien die BEATLES und die KINKS in den KAISER CHIEFS wiedergeboren, macht Spaß. Genauso wie das treibende „Kinda Girl You Are“, mit dem die Indie-Rocker den Dancefloor spielend voll bekommen sollten. „Man On Mars“ liebäugelt neben Brit-Pop-Anleihen auch mit verspielten Synthie-Klängen, denen bei „Child of The Jago“ für KAISER-CHIEFS-Verhätnisse ungewöhnlich präsente Keyboard-Variationen folgen, die nur selten im Midtempo agieren. Mit „Heard It Break“ geht’s mit den KAISER CHIEFS back to the Eighties, ehe die Ballade „Coming Up For Air” sich langsam aber mit Nachdruck ins Ohr frisst. Auch das finale „If You Will Have Me“ schlägt leise Töne an. Außerdem gibt’s hier auch noch Streicher zu hören und die Stimme von Drummer Nick Hodgson. Zu guter Letzt gibt’s dann noch als Belohnung fürs Abwarten einen entspannt-verqueren Hidden Track, bei dem abermals das elektronische Tasteninstrument im Mittelpunkt steht.

Es könnte sein, dass die KAISER CHIEFS mit dieser Platte (und ihrem Marketing-Konzept) polarisieren. Vieles ist düsterer und elektronischer ausgefallen als bei den bisherigen Songs der Engländer. Das Quintett zeigte sich jedoch einfach mal experimentierfreudig und weicht so an der einen oder anderen Stelle vom bisher eingeschlagenen Weg ab. Einen Track wie „Ruby“ findet man auf „The Future Is Medieval“ deshalb zwar nicht, aber doch durchaus hörenswerte Musik, der man die Spielfreude ihrer Schöpfer anhört.

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