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KARIES - Es geht sich aus

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Artist KARIES
Title Es geht sich aus
Homepage KARIES
Label THIS CHARMING MAN
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

KARIES wünscht sich ja nun wirklich niemand, deshalb muss durchaus die Frage erlaubt sein, welche Intention Benjamin Schröter, Max Nosek, Jan Rumpela und Philipp Knoth hatten, als sie ihrer Post-Punk-Kapelle 2012 diesen Namen verpassten. Und dann ist da ja auch noch der Titel der zweiten Langrille: „Es geht sich aus“ lässt an Österreich denken, tatsächlich ist der Vierer jedoch in Stuttgart zuhause. Lauter Ungereimtheiten im Hause KARIES?

Irgendwas werden sich die Jungs sicher dabei gedacht haben. Zunächst einmal wiegen sie jedoch ihre Hörer mit dem Intro zum Opener „Es ist ein Fest“ in trügerische Sicherheit, ehe dissonante und zerrende Langäxten einsetzen, die sich auch beim wavigen „A“ temporeich wiederfinden. „Jugend“ übernimmt mit repetetiven Beats und schrammelndem Gitarrenlärm vom Feinsten, ehe „Keine Zeit für Zärtlichkeit“ mit cool groovenden Noise-Melodien und Bassläufen überzeugt. „Mühlen“ steht dem in spröder Schönheit in nichts nach, bevor das flirrende „Ostalb“ in noisigen Untiefen vor sich hin wabert und mich „Überlegen“ mit seinem stoischen Sprechgesang an die frühen TRIO denken lässt, während die Instrumentalfraktion die Gitarren zum Jaulen bringt und die Rhythmusabteilung für gleichförmige Tonfolgen sorgt. „Frage Antwort“ geht weiter den verqueren Weg, wohingegen der Titeltrack „Es geht sich aus“ in wavige Gefilde zurückkehrt, um schließlich auf der Zielgeraden dank „Pervers“ noch einmal in die verzerrt-noisigen Post-Punk-Vollen geht, die mit dem finalen „Einheiten“ zum leicht apathischen Mantra werden.

Eines vorweg: Im Grunde macht es gar keinen Sinn, auf die einzelnen Songs einzugehen, denn so richtig funktioniert die Langrille nur, wenn man sie in einem Rutsch auf sich wirken lässt. Klar, leichte, gar mainstreamige und radiotaugliche Kost, servieren KARIES mit „Es geht sich aus“ auf keinen Fall. Mir gefallen die tanzbaren Momente der Platte am besten und wer vor Kapellen wie MESSER, DIE NERVEN, HUMAN ABFALL und TRÜMMER nicht zurückschreckt, wird sich bei den Schwaben bestens aufgehoben fühlen.

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