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KARMAKANIC - Who’s the boss in the factory

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Artist KARMAKANIC
Title Who’s the boss in the factory
Homepage KARMAKANIC
Label INSIDE OUT
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Da sitzt er also. Ne dicke Zigarre am Paffen, adrett im Anzug gekleidet, hinter ihm bröckelt der Putz von den Wänden. Das Gebäude leer geräumt, aber den Schein aufrecht halten. Die Zukunft deutscher Wirtschaftsgrößen nach der Finanzkrise? Nein, vorerst nur das Cover zur KARMAKANIC CD „Who’s the boss in the factory“. Das Projekt von Jonas Reingold, welcher u.a. auch als Bassist der THE FLOWER KINGS bekannt sein dürfte, widmet sich dem Progressive Rock in seiner symphonischen Form. Ja, bei dieser Scheibe wird man nicht selten an YES oder die frühen GENESIS denken müssen.

Der 19minütige Opener „Send a message from the heart“ stimmt ein auf die kommende Stunde progressiver Musik. Schwirrende Keyboards, pompöse Bässe, wuchtige Gitarrenriffs und eine den Spannungsbogen lösende Stimme sind die Grundelemente der Titel von KARMAKANIC. Viel wichtiger ist jedoch die atmosphärische Tiefe, jede Komposition wirkt wohldurchdacht und von professioneller Hand gereift. Jeder Titel ist ein Ausflug, mit dem Opener fährt man ins Paradies, der Titeltrack hingegen stampft im Gleichschritt zur freien Marktwirtschaft, bevor „Eternally Pt.2“ uns in den melancholischen Weiten der Liebe leiden lässt. Erfreulich bei diesem progressiven Trip ist, dass sich KARMAKANIC durchaus auch moderner Elemente bewusst sind. Damit kokettiert zum Beispiel „Let in Hollywood“. 70ies Keyboardfanfaren, donnernde 80s Hardrockriffs, 90s Poprefrains und dazu der unwiderstehliche Drang, sich hier und jetzt zu bewegen.

Bei vielen Genre Alben verfransen sich die Musiker in ihren ausufernden Songs in schier endlosen Instrumentalpassagen, bei KARMAKANIC wirken eben diese als belebendes, frisches Element. Das lässt „Wtbitf“ nicht langweilig werden, eher wird man immer wieder mit neuen Sounds, ausgereiften Melodien, überzeugenden Gesangseinlagen und einer hörbaren Spielfreude überrascht. Womit sich das Album eindeutig zu den besten Progressive-Scheiben dieses Jahres zählen darf. Da kann der Herr gern noch weiterpaffen in seiner verlassenen Fabrikhalle…

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