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KATAKLYSM - Serenity in Fire

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Artist KATAKLYSM
Title Serenity in Fire
Homepage KATAKLYSM
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Dieses Album ist die Antwort. Auf die Fragen, welche die neuen Helden des Death Metal mit ihren wahnwitzig technischen und teilweise unerhört progressiven Ansätzen gestellt haben. Auf die Frage, ob es eine derart gestandene und gereifte Band wie diese noch in sich hat, ein Album zu produzieren, das auch heute noch mehr als einen Retro-Charme besitzt. Auf die Frage, ob man mit neuer Besetzung den notwendigen Gruppenzusammenhalt erreichen konnte. Und auf die Frage, worum es im Death Metal überhaupt geht.

Der einfachste Sachverhalt ist dabei der Stellenwert des neuen Manns an der Schießbude, Martin Maurais – oder handelt es sich hier um ein Tier? Denn nur so mag man sich die animalische Wucht seines Spiels erklären und dass er in acht Hundejahren absolutes Weltklasseniveau erreichte, ließe sich deutlich einfacher verstehen, als in menschlicher Zeitrechnung. Ohne die Leistung der versammelten Elite in Abrede stellen zu wollen, ist die „The Resurrected“ einleitende Snarebreitseite jedenfalls einer dieser seltenen Momente stupender Verblüffung, bei der einem die Kontrolle über den Unterkiefer abhanden kommt und die Hände spontan zu schwitzen beginnen. Was nicht nur an Maurais’ selten begnadeten Pulsgelenken liegt, sondern ebenso an der einzigartigen Produktion von Gitarist JF Dagenais: Druckvoll, roh und dunkel, dabei aber dennoch transparent genug, um die einzelnen Instrumentalspuren eindeutig zu identifizieren – man hat zu jedem Zeitpunkt das Bild einer schwitzenden, schwefelspuckenden Band vor sich, statt bunter, auf einem Computermonitor vorbeiziehender Balkendiagramme in ProTools. Einer Band zudem, welche die Herausforderung angenommen hat, ihr Ventil nicht in blindem Hass oder unkontrolliertem Chaos zu suchen, sondern in der ursprünglichsten Form des Death Metal: Ekstatisch rasenden und infernalisch rumpelnden Songs. In den ersten vier Stücken springt er wieder über, der (un)heilige Funke, dieser Energiestrom aus Licht und Dunkel, der bei der Konkurrenz allzu oft durch unzählige Breaks und ablenkende Virtuosität unterbrochen wurde. Danach wird dem Hörer mit einigen etwas weniger zwingenden Tracks Gelegenheit zum Atmen gegeben, ehe es kurz vor Schluss erneut mit Tempo 200 Richtung Hölle geht.

Ob dies tatsächlich, wie im Vorfeld mehr als einmal in den Raum gestellt wurde, eines der besten Death Metal Alben aller Zeiten ist, wird nicht die Presse, sondern die Zeit entscheiden. Immerhin geht von „Serenity in Fire“ ein gewaltiges Suchtpotential aus, das einen zwingt, diese Scheibe immer wieder in den Player zu schieben und sie von Anfang bis Ende durchzuhören. „10 Seconds from the end“ heißt einer der Songs, doch man weiß schon viel früher, dass es sich hier um etwas Großes handelt.

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