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KATIE MELUA - Ketevan

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Artist KATIE MELUA
Title Ketevan
Homepage KATIE MELUA
Label DRAMATICO
Leserbewertung
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6.8/10 (4 Bewertungen)

Wie? Was? Schon wieder ein neues Album von KATIE MELUA? Ja, tatsächlich, die zierliche Georgierin mit den ausdruckstarken Augen und der noch ausdrucksstärkeren Stimme meldet sich mit „Ketevan“ zurück. Sechs Studioalben in 10 Jahren – das ist eine stolze Bilanz, da müssten sich viele andere Künstler anstrengen, um es wenigstens auf die Hälfte zu bringen. Aber auch wenn es inzwischen allgemein angesagt ist, sich zwischen zwei Veröffentlichungen gleich mehrere Jahre rar zu machen, schwimmt die gute KATIE nicht mit dem Strom, sondern hält es da mit Musikerkollegen aus einer Zeit, als sie noch gar nicht auf der Welt war, und als Sänger und Bands noch im Einjahres-Rhythmus neues Material an den Start brachten.

Der Albumtitel „Ketevan“ – „Wir haben das mal für Sie recherchiert“, höre ich die nervige Moderatorin bei meinen lokalen Radiosender vollmundig tönen, dabei steht es auf der Melua-Website und garantiert auch in jeder Pressemitteilung – bedeutet „Katie“ auf Georgisch, so simpel und zugleich so geheimnisvoll. Ganz so geheimnisvoll präsentieren sich dann die elf Songs aber nicht, denn Produzent und Komponist Mike Batt setzt (diesmal unterstützt von seinem Sohn) auf Bewährtes, nicht auf Experimente. Das ist zwar einerseits beruhigend, weil man so weiß, was einen als Hörer erwartet, und man mit Blick darauf nicht enttäuscht wird. Aber gerade die Tatsache, dass man nicht enttäuscht wird, hat dann andererseits etwas Enttäuschendes, hat doch der Vorvorgänger „The House“ von 2010 gezeigt, wie vielseitig KATIE MELUA sein kann, wenn man sie nur lässt. Dumm nur, wenn die Käuferschaft nicht den Mut zu Neuem honoriert und die Künstlerin gezwungen wird, wieder das zu liefern, was man von ihr erwartet.

Bereits auf dem Nachfolger „Secret Symphony“ aus dem Vorjahr hatte Mike Batt seinen Schützling ein paar Gänge zurückschalten lassen und ihr ein Orchester an die Seite gestellt (das leider nicht in der Form eingesetzt wurde, die man sich gewünscht hätte), aber ganz so langsam geht es dann auf „Ketevan“ erfreulicherweise nicht zu. Der bedenklich traurige Opener „Never Felt Less Like Dancing“ lässt zunächst befürchten, dass es so auf dem ganzen Album weitergehen könnte, aber schon mit dem viel erfreulicher, fast schon weihnachtlich klingenden „Sailing Ships From Heaven“ wird diesem Trend ein Riegel vorgeschoben, und mit „Love Is A Silent Thief“ kommt mehr Schwung und Blues in die Sache. In eine ähnliche Richtung geht „Shiver and Shake, das dazu ziemlich erotisch angehaucht ist und zeigt, dass Frau MELUA ihre Stimme öfter mal in diese Richtung einsetzen sollte. Der grandioseste Track ist „Mad Mad Men“, der sofort mitreißt und der die erste Singleauskopplung hätte sein sollen, er wird dicht gefolgt von „Idiot School“, mit dem wieder mal, wenn auch viel zu selten KATIEs Vielseitigkeit belegt. Und das auf amüsante Art und Weise.

Dazwischen verteilen sich noch drei, vier Songs, die für sich gehört ganz nett klingen, aber gleich wieder aus Ohr und Gedächtnis entschwunden sind, wenn der Player zum nächsten Titel wechselt. Die erste Single aus dem Album, „I Will Be There“, hebt sich als Schlussstück dann noch einmal vom Rest der Scheibe ab, weil es eigentlich so ziemlich der erste MELUA-Song ist, der sich vom ersten Takt an so richtig nach einer Komposition von Mike Batt anhört, der so sehr Mike Batt ist, dass KATIE MELUA ihm einfach nicht einen eigenen Stempel aufdrücken kann.

Fazit nach einem Jahrzehnt KATIE MELUA? Ohne die Dame wäre die Musiklandschaft ein ganzes Stück ärmer, und auch wenn man sie nicht so experimentieren lässt, wie es ihr gut tun würde, kann man doch froh sein, dass sie bislang schon sechs Longplayer veröffentlicht hat, weil die Ausbeute an guten Stücken so viel größer ausfällt. Wäre schön, wenn sie in dem Tempo weiterarbeitet, und noch ein bisschen schöner wäre es, wenn sie zwischendurch noch mal so was wie „The House“ abliefern würde. Und vielleicht auch mal einen Titel auf Georgisch. Und vielleicht noch … okay, man darf ja mal träumen.

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