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KATIE MELUA - Secret Symphony

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Artist KATIE MELUA
Title Secret Symphony
Homepage KATIE MELUA
Label DRAMATICO
Leserbewertung
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8.0/10 (5 Bewertungen)

Der Albumtitel ist Programm. KATIE MELUA hat sich für Album Nummer fünf nicht nur wieder mit MIKE BATT zusammengetan, der schon ihre ersten Platten produzierte, sondern sich gleich ein komplettes Orchester von ihm arrangieren lassen. Das heißt allerdings nicht, dass auf „Secret Symphony“ opulente, mächtige Klänge vorherrschten, im Gegenteil. Das Album wirkt zart, zurückhaltend, angenehm gefühlvoll und in jeder Sekunde getragen von MELUAs Stimme, die mit ihrer faszinierenden Leichtigkeit die Kunst beherrscht, unaufdringlich ihr enormes Können zu demonstrieren, ohne dabei auch nur einmal auf die typischen „Guckt-mal-ich-kann-drei-Oktaven“-Angebereien zurückgreifen zu müssen.

Schön, ein bisschen sentimental ist diese kleine Sammlung von Popjazz-Perlen, wie immer bei MELUA mit leichtem Folk- und Blues-Einschlag, aber es ist dieselbe coole Art von Sentimentalität, wie sie auch den großen, alten Hollywoodfilmen anhängt, und trotz des warmen Kuschelsounds bleibt es weitgehend kitschfrei. Wie gesagt, MELUA brilliert als Sängerin, wie von ihr ja schon gewohnt, und das Songmaterial ist ebenfalls von unaufgeregter, hochwertiger Qualität. Herrlich auf Dreißigerjahre-Sound getrimmt ist der Klassiker „Nobody Knows You When You’re Down And Out“, wobei MELUA hier fast ein bisschen zu sauber klingt; die abgebrannte Party-Queen nimmt man ihr nicht so ganz ab. Und trotzdem ist es ein gelungener, spritziger Song, der genau den richtigen Schwung in die ansonsten eher ruhige Balladensammlung bringt.

„Better Than A Dream“ ist reines Gänsehautmaterial, „The Bit That I Don’t Get“ eine enorm berührende Schilderung einer Beziehung, die nicht mit einem Knall, sondern dem allmählichen Auseinanderleben endet, „The Walls Of This World“ kombinieren den Orchestersound perfekt mit einer eher folkigen Melodie. Jeder Song hat seinen eigenen Charakter und steckt voller Gefühl, ohne je schmalzig zu werden. Kritisieren könnte man allenfalls, dass „Gold In Them Hills“ für einen Opener ein bisschen zu zahm ausfällt und das ganze Album daher verhaltener beginnt, als man sich für eine Platte dieser Güte wünschen könnte; „Secret Symphony“ ist kein Album, das mit einem Paukenschlag überwältigt, sondern sich viel Zeit lässt, um empfindsame Zuhörer zu erobern, denen es aus der Seele sprechen kann.

Romantisch, zeitlos, gut.

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