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KATJA WERKER - Neuland

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Artist KATJA WERKER
Title Neuland
Homepage KATJA WERKER
Label T3
Leserbewertung
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3.8/10 (6 Bewertungen)

KATJA WERKER macht schon lange Musik (ihr Talent wurde übrigens von einem katholischen Priester entdeckt); ihre erste Demo-CD „What The Bird Said“ erschien bereits 1999 und das letzte Album „Dakota“, das 2008 unter der Flagge des Branchenriesen EMI erschien, war mehr als nur ein Achtungserfolg. Irgendwie fehlte der 41-jährigen Multiinstrumentalistin und Autodidaktin jedoch der rote Faden in ihrem Leben und so kam es, dass sie anfing, in ihrer Muttersprache nach den richtigen Worten zu suchen, bis sie schließlich auch den roten Faden wiedergefunden hatte und „Neuland“ betrat.

Das Ergebnis sind zwölf Songs im musikalischen Spannungsfeld Singer-/ Songwriter, Folk, Indie und Pop, die KATJA WERKER (Gesang, A- und E-Gitarren, Piano) gemeinsam mit ihrer Band eingespielt hat. Gleich am Anfang ist es „Zeit für ein Wunder“, das allerdings mit etwas überpointiertem Gesang daherkommt. Der Rest ist absolut stimmig und sehr gefühlvoll ausgefallen, doch die Vocals zehren eindeutig an meinen Nerven. Dabei kann Frau Werker das auch besser, wie das folgende „Zu Dir selbst stehen“ unter Beweis stellt. Bei dieser leise-beschwingten Nummer klingt Katjas Stimme angenehm heiser und erinnert ein wenig an INA MÜLLER, in deren Repertoire diese Nummer auch bestens passen würde. Böse Zungen werden vermutlich eh behaupten, dass KATJA WERKER auf den Zug aufzuspringen versucht, den die Kodderschnauze Müller in Bewegung gesetzt hat. Stilistisch bewegen sich die beiden sicherlich auf ähnlichem Terrain, wobei es sich damit auch schon bald mit der Vergleichbarkeit hat. Lieder wie das sanft groovende „Du die Sonne, ich der Mond“ oder das verspielte „Is mir egal“ müssen sich auch keinesfalls verstecken und ich bin sehr, sehr froh, dass ich von weiblichen Befindlichkeitsthemen verschont bleibe. Okay, „Geh aufrecht“ zieht schon das komplette Piano- und Streicher-Programm durch, aber doch immer noch in angenehmen Bahnen und im Übrigen an der Gitarre und dem Mikro unterstützt von Katjas langjährigem Mentor STEFAN STOPPOK. So geht es mit „Ich hol’ mir mein Leben zurück“ sehr persönlich und mit leisen Tönen weiter, ehe „Letzte Bastion“ und „Hey halt mal Stop“ rhythmusbetont anschließen. „Alles kommt wieder“ präsentiert sich mit reduzierter Instrumentierung, bevor ein „Einsamer Reiter“ gefühlvoll die Wege kreuzt. „An alle Die“ singt KATJA WERKER wenig später mit etwas zu bemühter Stimme, um schließlich mit „Steh auf, geh raus“ emotional zu enden.

KATJA WERKER ist das schwierige Unterfangen gelungen, sehr persönliche Texte zu schreiben, die zudem passende Sounds erhalten haben, welche die Aussagen der Lyrics bestens unterstreichen. Das Ganze ohne Schmalz und Weinerlichkeit, wenngleich „Neuland“ natürlich eher Musik für stille Stunden bietet. Eine Party würde mit den gefühlvollen Liedern wohl ziemlich schnell ein Ende finden.

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