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KATZENJAMMER - A Kiss Before You Go

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Artist KATZENJAMMER
Title A Kiss Before You Go
Homepage KATZENJAMMER
Label VERTIGO UNIVERSAL
Leserbewertung
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9.5/10 (6 Bewertungen)

In Skandinavien scheint es eine gewisse Vorliebe für die deutsche Sprache zu geben. Zumindest was die Wahl des Bandnamen angeht. So nennen die Dänen beispielsweise die schräge Truppe KELLERMENSCH ihr Eigen und die Norweger haben eine Girlband namens KATZENJAMMER. Wobei der Begriff „Girlband“ bei Turid Jørgensen, Solveig Heilo, Marianne Sveen und Anne Marit Bergheim nicht auf die üblichen Klischees trifft. Die Damen spielen über 30 Instrumente, die Mädels live munter durchtauschen und dabei in Sachen Power und Vielseitigkeit seit 2005 neue Maßstäbe setzen.

Nach dem Debüt „Le Pop“, das 2008 in Norwegen bis auf Platz 9 der Charts marschierte und im letzten Jahr auch bei uns erschienen ist, legen die Ladies jetzt mit „A Kiss Before You Go“ nach und präsentieren erneut eine durchgeknallte Melange aus den B-52’s, GOGOL BORDELLO und den DIXIE CHICKS. Oder wie die KATZENJAMMER-Members selbst sagen: Die Musik ist eine Mischung aus Rock, Folk, Pop und Bluegrass mit Circus Grooves und Cowboy Music. Der nur 1:16 min lange Opener und Titeltrack „A Kiss Before You Go“ bringt das schon ziemlich gut auf den Punkt, wenngleich er doch sehr abrupt endet und unvermittelt an das beschwingte „I Will Dance (When I Walk Away)“ abgibt. „Cherry Pie“ hat was von einer Varieté-Vaudeville-Nummer und schon lassen es die Norwegerinnen bei ihrem schlurfenden GENESIS-Cover „Land of Confusion“ ordentlich scheppern. Derweil verbreiten die nachdenklichen Piano-Akkorde von „Lady Marlene“ ein wenig Melancholie, ehe die Folkrock-Perle „Rock, Paper, Scissor“ mit der Unterstützung des Straßenmusikers Mr. Orchestra gut gelaunt für Bewegung sorgt. Auch „Cocktails And Ruby Slippers“ bleibt temporeich und wenn man so will, versucht sich der Vierer hier als schräge weibliche Antwort auf die BEACH BOYS. Der „Soviet Trumpeter“ schlägt hingegen eher ruhige Töne an, die an Jahrmarkt-Gewusel denken lassen, während „Loathsome M“ auf spezielle KATZENJAMMER-Art den Punk hochleben lässt. Beim „Sheperds Song“ sind Mundharmonika und Banjo wieder am Zug und geht’s mit Volldampf Richtung Südstaaten, wohingegen die Fidel „Gypsy Flee“ eher Richtung Irland verorten würde, wäre da nicht wieder das gewisse Extra des Kleeblatts, das bei der Nummer von DWEEZIL ZAPPA am Sechssaiter verstärkt wurde. „God’s Great Dust Storm“ lässt „A Kiss Before You Go“ schließlich fast schon gospelartig ausklingen. Hier und da ein Paukenschlag, ansonsten verlassen sich die Damen auf die Kraft ihrer Stimmen und fahren damit wahrlich nicht schlecht.

KATZENJAMMER beweisen mit ihrem zweiten Streich, dass ihre Musik nun wirklich gar nichts mehr mit dem angeblichen Katzenjammer der allerersten Gehversuche zu tun hat. Vielmehr bleiben die Nordlichter experimentierfreudig, abwechslungsreich und vor allem absolut energiegeladen. Wie viel Energie tatsächlich in dem Quartett steckt, zeigt es auf der Bühne. Ein Schauspiel, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte!

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