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KATZENJAMMER - Le Pop

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Artist KATZENJAMMER
Title Le Pop
Homepage KATZENJAMMER
Label NETTWERK
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Jedes Jahr erlebe ich auf dem Hurricane kleine musikalische Überraschungen, die mich in diesem Jahr am frühen Sonntagmittag ereilen sollten. Verantwortlich waren für meine spontanen Begeisterungsstürme vier Damen aus Norwegen, die sich seit fünf Jahren einen wilden Folk-Rock-Mix auf die Fahnen geschrieben haben. Vor zwei Jahren hat das multiinstrumentale Quartett in der Heimat sein Debüt „Le Pop“ in die Plattenläden gebracht, das im vergangenen Jahr auch Deutschland erreichte und von mir dringend ans Herz gelegt wird.

Turid Jørgensen, Solveig Heilo, Marianne Sveen und Anne Marit Bergheim versprühen nicht nur jede Menge Spielfreude, sie glänzen zudem noch an den unterschiedlichsten Instrumenten (Bass-Balalaika, Akkordeon, Mandoline, Klavier, Schlagzeug, Geige, Mundharmonika, Banjo, Trompete, Glockenspiel, Kazoo und nicht zu vergessen: Blecheimer), die sie bei ihren Konzerten bei fast jeden Song untereinander durchtauschen. Für ihre den Silberling eröffnenden „Overtüre“ greifen die gutgelaunten Mädels zunächst zu einem schwermütigen Glockenspiel, das von Akkordeon, Piano, Drums und Gitarre begleitet, alsbald den Weg für das treibende „A Bar in Amsterdam“ freimacht, bei dem u.a. Banjo und Balalaika für den mitreißenden Polka-Sound sorgen. Countryesk empfängt hingegen das vorwitzige „Tea With Cinnamon“ den Hörer, ehe „Hey Ho On The Devil’s Back“ mit viel Dramatik startet, um schon bald druckvoll zum Crossover-Tanz zu bitten. Chansonartige Klänge blitzen bei „Wading In Deeper“ durch, die von tieftraurigen Gypsy-Geigen begleitet werden, um beim Titeltrack „Le Pop“ mitsamt Jahrmarktorgel und mehrstimmigem Gesang in die Vollen zu gehen. Mit „Der Kapitän“ schließt sich ein melancholisch beginnendes Intermezzo an, das in stampfenden Beat endet und an das gefühlvolle „Virginia Clemm“ abgibt. Hier zeigen sich KATZENJAMMER von ihrer romantisch-ruhigen Seite; die endet allerdings bei „Play My Darling Play“ schleunigst mit fröhlichen Mundharmonika-Tönen und beschwingten Melodien, die wieder jede Menge Country-Feeling transportieren. Dafür gibt’s mit „To The Sea“ ausgelassenen Balkan-Rock mit viel Gebläse und Gefiedel, dem sich ein schunkelfähiger Polka-Walzer namens „Mother Superior“ anschließt, gefolgt von unbändigem Geschrammel und Geschwurbel, das den Titel „Ain’t No Thang“ erhalten hat und vermutlich der Ausfluss einer ausgelassenen Probreraum-Session ist.

KATZENJAMMER verstehen es, die unterschiedlichsten Genre gekonnt miteinander zu verbinden und ein absolut berauschendes Konglomerat zu schaffen, das süchtig macht nach mehr. Glücklicherweise sind die Norwegerinnen fleißige Lieschen, so dass man den ausgelassenen Live-Shows der studierten Musikerinnen in diesem Jahr noch einige Male beiwohnen kann.

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