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KATZENJAMMER - Rockland

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Artist KATZENJAMMER
Title Rockland
Homepage KATZENJAMMER
Label VERTIGO
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Da sind sie wieder, die fleißigen Ladies aus Norwegen. Ganze 83 Songs haben die Mädels für ihr drittes Studioalbum „Rockland“ geschrieben. Nun haben es aus dieser großen Auswahl „nur“ elf auf den Silberling geschafft, doch diese Auswahl kann sich wahrlich hören lassen. Erstmals waren Anne Marit Bergheim, Turid Jorgensen, Marianne Sveen und Solveig Heilo die Haupt-Songwriter und es besteht kein Zweifel: KATZENJAMMER sind zu ihren Wurzeln zurückgekehrt.

Das bedeutet natürlich nichts anderes, als dass es einen extrem vielfältigen Mix aus Country, Folk, Blues, Pop und Rock zu hören gibt. Bei den Damen geht der Abwechslungsreichtum ja sogar so weit, dass live fast bei jedem Song die Instrumente durchgetauscht werden. Dazu zählt auch die große Kontrabassbalalaika, die ursprünglich aus einer Laune heraus gekauft wurde, nachdem die Kapelle das gute Stück backstage entdeckt hatte. Eingeläutet wird der Silberling jedoch von Banjo-Klängen, die zum coolen „Old De Spain“ gehören, bevor das folkige „Curvaceous Needs“ gut gelaunt und mit viel Drive übernimmt. Basslastig und mit einem gewissen Rap-Habitus folgt „Oh My God“, ehe „Lady Grey“ und „My Own Tune“ etwas ruhigere und sehr melodische Töne anschlagen. „Shine Like Neon Rays“ heißt der nächste Track, der direkt auf die Hüften geht, während das dunkel gefärbte „Driving After You“ den musikalischen Faden soulig weiterspinnt. „Flash In The Dark“ provoziert derweil umgehend zu Handclaps und eignet sich hervorragend zum Mitsingen – zweifellos ein Stück, das ich auf der Setlist für die Deutschland-Tour im März erwarte. Das temperamentvolle „My Dear“ würde sich live aber mit Sicherheit auch ganz hervorragend machen und „Bad Girl“ lässt mit countryesken Vibes ebenfalls keine Wünsche übrig. Die studierten Musikerinnen, die sich 2005 an der Musikschule in Oslo getroffen haben, sind in bester Spiellaune und lassen es sich im „Rockland“ gut gehen. Der Titelsong begnügt sich zunächst noch mit unspektakulären Gitarrenriffs, die den mehrstimmigen Gesang des quirligen Vierers in den Mittelpunkt rücken, ehe die Instrumentierung mehr Raum beansprucht und auch die Damen noch einmal lauthals schmettern.

„Rockland“ ist übrigens ein Symbol für einen ganz eigenen Kosmos, den KATZENJAMMER für das Quartett darstellt. Eine Seifenblase, in der die Regeln – so es denn überhaupt welche gibt – anders sind als im Rest der Welt. Angelehnt ist dies an das Gedicht „Howl“ von Allen Ginsberg, in dem die psychiatrische Klinik, in der er sich kurz aufhielt, von ihm „Rockland“ genannt wurde. Dem Wahnsinn sind KATZENJAMMER aber ganz bestimmt nicht anheim gefallen. Stattdessen machen sie weiterhin mitreißende Musik und geben mit ihrem Sound und ihrer Live-Performance dem eher negativ besetzten Begriff „Girlband“ einen absolut positiven Anstrich!

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