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KEITH EMERSON - Keith Emerson Band

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Artist KEITH EMERSON
Title Keith Emerson Band
Homepage KEITH EMERSON
Label EDEL
Leserbewertung
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9.8/10 (4 Bewertungen)

1944 in Todmorden/ Lancashire in England hätte wohl niemand sich vorstellen können, dass der damals dort geborene „kleine Keith“ jemals so erfolgreich im Bereich des Prog-Rocks und quasi genreprägend sein würde. Doch bereits mit 14 Jahren zeigte er immer mehr sein Talent und war in seiner Heimatstadt bereits für sein Klavierspiel bekannt. Jedoch sollte es noch eine Weile dauern, bis er mit THE NICE erste Gehversuche im Bandsektor machte. Der ganz große Wurf gelang ihm jedoch mit der Kultband schlechthin: EMERSON, LAKE & PALMER. Wohl jeder, der die 70er musikalisch mit offenen Augen und Ohren erleben durfte, kam nicht an ELP vorbei und spätestens mit „Lucky Man“ kannte die ganze Rockwelt ELP und damit auch den Virtuosen an den Tasten – Keith Emerson. Nun – nach unzähligen Veröffentlichungen und einer Stilvielfalt, die wohl ihresgleichen sucht, kehrt der Tastengott wieder zurück mit einem neuen Werk.

Und das Wort „Stilvielfalt“ ist in diesem Zusammenhang wohl extra für Meister Emerson geschaffen worden. Er beweist einmal mehr, wie harmonisch aber auch „gewollt disharmonisch“ ein wildes Potpourri aus Rock, Jazz, Klassik und zeitgenössischer Musik sein kann – „Peter Gunn“ lässt grüßen. Typische Orgelpassagen, die vom Stil her fast von Bach sein könnten, läuten den Opener sowie einige weitere Songs ein, der Gitarrenmeister Marc Bonilla spendet den Stücken sowohl seine Saitenkünste als auch seine Stimme und trägt so zum Gesamtbild bei. Dabei kommen wir nochmals zur erwähnten Stilvielfalt. Während die ersten 8 Titel sich im psychedelischen Segment ansiedeln und stark an die experimentellen Songs ELPs erinnern, kommt mit „Marche Train“ eine Rocknummer mit dem Charme von z.B. „Lucky Man“ daher. Aber ich will und werde hier KEINEN Vergleich zu ELP oder anderen Werken Emersons anstreben. Denn das wäre bei der großen Zahl seiner Veröffentlichungen erstens kaum machbar und zweitens wäre es eh sinnlos. Schließlich kann und darf man einfach nicht 4 Dekaden (!!) nehmen und ein Album an eben diesen 40 Jahren festmachen. Vielmehr sollte man sehen/hören und genießen, was hier geboten wird, nämlich Jazz, Rock, Klassik, Psychedelic und wilde Angriffe auf typische radiokompatible Mitschunkelrhythmen. Was ich damit sagen will, ist einfach, dass das Material an sich schwere Kost ist. Mal nebenher hören ist nicht! Man nimmt sich die 52 Minuten Zeit und lauscht einfach nur dieser CD. Dann eröffnet sich dem Hörer eine bunte Welt aus (Dis)harmonien und wirren Bildern, welche noch von dem erhabenen Sound und Dynamik der CD unterstützt werden.

Und genau das bleibt auch als Fazit festzuhalten. Wer ein Album erwartet, welches locker-flockig ist, wie der einstige Single-Erfolg „Lucky Man“, der sollte wohl einen Bogen um diese CD machen. Allen anderen – und voran den Anhängern Emersons sei diese Veröffentlichung einmal mehr wärmstens empfohlen. Diese Symbiose aus so vielen Genres, gespickt mit dem Gespür für Melodie und audiophile Bilder sucht ihres Gleichen. Primus inter Paris – Herr Emerson. Respekt!

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