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KELE - The Boxer

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Artist KELE
Title The Boxer
Homepage KELE
Label COOPERATIVE MUSIC/ UNIVERSAL
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T-E-N-D-E-R-O-N-I, T-E-N-D-E-R-O-N-I, T-E-N-D-E-R-O-N-I… Der Dancefloor-Kracher schlechthin zurzeit. Ein Monster, aus Groove erschaffen, ATZEN-Bumms mit Indie-Gestus vermengt, Hände in the air, kopulierende Gesten inklusive! Dann ein Blick aufs Cover und in das Booklet: D’ANGELO frisch aus dem Gym, gerade mit Rocky gerangelt? „The Boxer“ also, soso… Und KELE? Muss ja wohl zumindest ein Kind von einem G.I. sein, CAPTAIN HOLLYWOOD, ick hör dir trapsen…

Aber halt, aber nein: Kelechukwu „Kele“ Rowland Okereke ist der Akteur in diesem Verwirrspiel, seines Zeichen Frontmann bei den britischen Indie-Rockern BLOC PARTY, die sich auf unbestimmte Zeit in einen nebulösen Urlaub begeben haben. Und wohin hat es den KELE verschlagen? Natürlich nach Berlin, wo er dann vollends dem Dancefloor anheim gefallen ist. Wobei natürlich auch seine Stammband zuletzt immer mehr in diese Richtung tendierte. So wurde das 2008 erschienene Album „Intimacy“ auf deren Geheiß hin noch einmal von verschiedenen Künstlern durch den Mixer gejagt.

Nun verfolgt Mr. Okereke auf seinem Solo-Album „The Boxer“ den elektronischen Ansatz vollends. „Walk Tall“ heißt die selbstbewusste Ansage, mit der das abwechslungsreiche Album seinen Lauf nimmt. Army-Sprechgesangs-Intro kollidiert mit hohen Vocals und finster-dröhnendem Stromausfall-Elektro. Gewöhnungsbedürftig, aber schon einmal Interesse weckend. „On The Lam“ ist da schon gefälliger, die Discokugel bekommt das erste Mal einen Schubs in die richtige Richtung. Relaxte Vocals schweben über straightem Beat und Prodigy-Drum-Gedenk-Einlagen. Very nice! Dann das wohlbekannte „Tenderoni“, das jede Schlafmütze aus dem Morgenrock hauen sollte. „The Other Side“ dann mit Quer-Beat, Oriental-Flair und Schraddel-Gitarre, MASSIVE ATTACK gehen mit PETER GABRIEL auf Reise in die Real World Studios. Unerwartet folgend: regelrechter Pop! „Everything You Wanted“. Ein kleiner Schmachter, mit feuchten Augen präsentiert, aber nicht bedeutungslos! Es mischen sich ein: Anrufbeantworter-Samples, weibliche Backings, völliges Fehlen von Rhythmus-Instrumenten, weitere Entschleunigung: ein kleiner Bruch im Albumablauf, der der Halbwertzeit aber eher zu Gute kommen wird. „Unholy Thoughts“ ist noch am ehesten dem früheren Schaffen des Künstlers zuzuordnen, ist der Titel doch eine entspannte Indie-Nummer, mit Gitarren-Simpel-Melodie. Dann gibt es fast noch melodisch-minimalen Elektro („Rise All The Things“) zu bestaunen, während „I Could Never Say“ der Soundtrack zum Absturz ist: „You´re making me older, you are making me ill“, sind die Worte, die KELE mit letzter Kraft in die Morgendämmerung fleht. Eigentlich ein gelungener Abschluss, aber mit „Yesterday´s Gone“ folgt dann doch noch die After-Show-Party!

KELE ist mit „The Boxer“ ein abwechslungsreiches Album gelungen, das den Dancefloor mit Do-It-Yourself-Indie-Spirit vereint (auch wenn Produzent XXXChange sicherlich sein Scherflein dazu beigetragen hat). Der Soundtrack zum Auftakeln, Abfeiern und Abstürzen: So let the Beat guide your body!

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