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KEN - Yes We

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Artist KEN
Title Yes We
Homepage KEN
Label STRANGE WAYS
Leserbewertung
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10.0/10 (4 Bewertungen)

Nachdem die Kollegen von BLACKMAIL sich während der laufenden Tour im Dezember 2008 nach 15 Jahren von ihrem Sänger Aydo Abay getrennt haben, liefert dieser mit seinem bisherigen Neben- und jetzigem Hauptprojekt KEN nach gut einem Jahr musikalischer Sendepause ein neues Lebenszeichen. Mit von der Partie sind überwiegend alte Bekannte, sieht man mal von Drummer Michael Borwitzky ab, der erst 2009 dazu gestoßen ist. Insbesondere Indie-Produzenten-Legende Guido Lucas am Bass war nicht nur bereits bei BLACKMAIL an den Reglern tätig, sondern zupfte u.a. auch bei SCUMBUCKET den Stahlsaiter, wo er zudem gemeinsam mit Gitarrist und Produzent Kurt Ebelhäuser gerockt hat, der ebenfalls Teil der verbliebenen BLACKMAIL-Veteranen ist. Irgendwie sind also alle eine große Familie, die heuer mit „Yes We“ ihren jüngsten Spross feiert.

Wie abgedroschen der Titel im Zusammenhang mit dem Bandnamen ist, lassen wir an dieser Stelle dahingestellt, wahrscheinlich haben die Beteiligten den Spruch so oft gehört, dass irgendwann kein Weg mehr daran vorbeiführte. Auf jeden Fall ist die Albumbezeichnung deutlich einprägsamer als so mancher Songname des Longplayers, der eindeutig die Handschrift von Aydo Abay trägt, der nicht nur seinen markanten Gesang sondern auch die Texte beisteuert, während „Yes We“ musikalisch ein echtes Gemeinschaftswerk ist, wie es in dieser Ausprägung bei KEN bislang noch nicht der Fall war. Die eingängige Vorabsingle „Get A Life“, welche gleichzeitig auch als Filmmusik zur European Outdoor Film Tour dient, stellt hinsichtlich der Betitelung noch keine besondere Herausforderung dar; doch so wie der Sound bei „Y.K.I.W.G.T.T.End.O.T.W.W.Y.“ komplexer und treibender wird, erfordert auch die richtige Wiedergabe des Liedtitels etwas mehr Aufmerksamkeit, die sich jedoch uneingeschränkt lohnt! Gleiches gilt für das sich anschließende „Women Who Love Men Who Take Drugs To Make Music To Take Drugs To“, das mit spannenden Elektrofrickeleien gefällt. Während „I’ll Sleep When You’re Dead“ auf emotionsgeladenen Drive setzt, macht „Polecats“ heiter-beschwingt weiter, ehe zu „Reminder D“ zartes Klaviergeklimper erklingt. Dabei bleibt es natürlich nicht und so komplettieren melancholische Gitarrenklänge, die von treibenden Rhythmen begleitet werden alsbald die Nummer. Marcel von der Weiden hat auf diese Weise nicht nur beim druckvoll-verspielten „Dead As a Dodo“ gut an seinen elektronischen Tasten zu tun, insgesamt verbindet „Yes We“ gekonnt Indie-Gitarren mit synthetischen Tönen, wie sie auch beim ruhigen „Pirates Vs. Ninjas Vs. Zombies Vs. Robots“ zum Tragen kommen. Was hier ein wenig nach einer Spieluhr klingt, verwandelt sich bei „Quitting Smoking Is Much Easier Than Quitting Talking“ in verzerrte Gesangslinien und sehr tanzbare Melodien mit einer gewissen stoischen Ruhe, die dem Ganzen eine coole Erdung verpasst. Dass bei KEN „21-21=21“ ergibt, werten wir gern als künstlerische Freiheit und nicht als Rechenschwäche, denn inhaltlich ist dem flotten Opener definitiv nichts vorzuwerfen und war es nicht so, dass es beim richtigen Rechenweg auch Punkte gibt, wenn das Ergebnis nicht korrekt ist?

Der KEN-Output kann sich zweifelsohne sehen und vor allem hören lassen und punktet entsprechend hoch. Im Vergleich zur letzten BLACKMAIL-VÖ „Tempo Tempo“ ist „Yes We“ weniger gitarrendominiert, wem die Langäxte fehlen, sei an die wunderbaren SCUMBUCKET verwiesen, die übrigen BLACKMAIL-Fans werden auch mit den poppigeren, wohlklingenden KEN viel Freude haben.

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