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KENNETH MINOR - Retirement

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Artist KENNETH MINOR
Title Retirement
Homepage KENNETH MINOR
Label UNIQUE MUSIC
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KENNETH MINOR heißt bei dieser Kapelle niemand, auch sollte ob man des englisch klingenden Bandnamens keine britischen oder amerikanischen Musiker erwarten. Die Jungs sind in Deutschland ansässig und heißen Bird Christiani (Gesang, E-Gitarre, akustische Gitarre, Lapsteel), Andreas Lüttke (Bass) und Florian Helleken (Schlagzeug, Percussion, Keys). Das Debüt ist wohl schon 2010 erschienen, mir sind die Herren bislang allerdings noch nicht untergekommen. Für die Arbeiten an ihrem jüngsten Baby „Retirement“ haben sich die Herrschaften nicht etwa aufs Altenteil zurückgezogen, sondern sind ins bayerische Hersbruck, konkret ins Hersbrooklyn Recordings Studio ihres Drummers gegangen. Selbiger fungierte dann auch gleich als Produzent der zwölf Songs.

Und was gibt’s auf die Ohren? Kurzgesagt traditionelle Rockmusik mit ein paar psychedelischen Einsprengseln. Der treibende Opener „Down In Our Hearts“ startet mit einer Portion Blues, während es das nachfolgende „Down My Spine“ lakonisch nach vorn drängt und „Always“ mit poppigen Anleihen auf den Dancefloor bittet. Derweil schlägt „From What We Know“ leisere (Lapsteel-)Töne an, bevor es mit „Crew Love’s Coming“ für den geneigten Hörer und die geneigte Hörerin auf eine wilde Karussellfahrt mit hypnotisch-stampfenden Drum-Beats und rauchigen Tremolo-Gitarren in Kombination mit einem punkig vorangepeitschten Chorus geht. Das flotte „When It’s All Gone“ fühlt sich einem countryesken Umfeld wohl und mit Nummern wie „Is This The World We’re Living In?“ und „All Your Demons“ lassen KENNETH MINOR Raum für nachdenkliches. Das cleane „The Day She Came By“ gefällt derweil in seiner handgemachten Darreichungsform, ehe „Tears Don’t Dry In Rainy Season“ mit viel Tempo in Ohr und Bein geht. „You“ übernimmt mit eindringlichen Melodien, um schließlich an das finale „Pictures“ abzugeben, das zunächst mit getragenen Cello-Linien und Flügelhorn-Einsatz beginnt und mit einem überraschenden Noise-Inferno aus Fuzzgitarre und atonal-schönem Saxofon endet.

„Retirement“ klingt absolut organisch und nach einer Band, die sich dazu entschieden hat, sich zunächst ohne externe Einflüsse, mit Spielfreude, über Tage hinweg, zusammen im selben Raum einzufinden, um zur selben Zeit miteinander Musik zu machen und diese aufzunehmen. Über dieser Musik schwebt eine optimistische Melancholie und stilistisch sind KENNETH MINOR dabei ebenso wenig festgelegt, wie sie textlich ein weites Feld beackern.

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