Band Filter

KETTCAR - …und das geht so (2-CD)

VN:F [1.9.22_1171]
Artist KETTCAR
Title …und das geht so (2-CD)
Homepage KETTCAR
Label GRAND HOTEL VAN CLEEF
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (2 Bewertungen)

Wer schon mal mehr auf einem KETTCAR-Konzert war, wird wissen, weshalb die aktuelle Live-Platte der Hamburger ausgerechnet „und das geht so“ heißt. Mit diesem Satz kündigt Marcus Wiebusch, Frontmann der 2001 gegründeten Indie-Kapelle, nämlich gern den nächsten Song an und deshalb bietet sich diese Ansage auch ganz hervorragend als Titel des zweiten KETTCAR-Livealbums an.

Es wurde 2017 bei verschiedenen Gigs zum damals erschienenen Album „Ich vs. Wir“ (#4 der Charts) und 2019 anlässlich der Konzertreise zur EP „Der süße Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich)“ aufgenommen. Mit den 21 Songs auf „und das geht so“ und sieben Konzerten Anfang 2020 verabschieden sich der Sänger und Gitarrist und seine Mitstreiter Reimer Bustorff (Bass), Lars Wiebusch (Keys), Erik Langer (Gitarre) und Christian Hake (Drums) in eine Pause von unbestimmter Dauer. Einen ähnlichen Break hatte es 2013 schon mal gegeben. Seinerzeit hatte Marcus die Auszeit für ein Soloalbum genutzt und 2014 sein Debüt „Konfetti“ veröffentlicht. Von diesem Silberling hat es „Und der Tag wird kommen“ auf die jüngste VÖ geschafft. Ein vielbeachteter Song über Homophobie im Fußball, der leider nichts von seiner Aktualität verloren hat und zugleich auch in musikalischer Hinsicht einfach hörenswert ist. Ebenfalls nach Jahren immer noch hörenswert sind natürlich alte Band-Hits (auch wenn Reimer der Meinung ist, dass KETTCAR nie Hits hatten) wie „Landungsbrücken raus“ vom 2002er Erstling „Du und wieviel von deinen Freunden“ oder auch „48 Stunden“ und die Hamburg-Hymne „Landungsbrücken raus“ (2005 auf „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen“ erschienen). Liebeslieder wie „Balu“ reihen sich an politische Statements (vgl. „Sommer 89 (Er schnitt Löcher in den Zaun“) und Nummern, die plötzlich noch eine zweite Strophe haben („Balkon gegenüber“). Außerdem haben sich die Hanseaten mit Philip Sindy (Trompete & Flügelhorn), Sebastian Borkowski (Tenor Saxofon & Altflöte) und Jason Liebert (Posaune) ein schlagkräftiger Bläsertrio auf die Stage geholt, die bei einigen Stücken für einen ganz besonderen Sound sorgen.

Die letzte Pause, die immerhin fünf Jahre dauerte, hat mit „Ich vs. Wir“ (und auch Marcus „Konfetti“) für kreative Ergebnisse gesorgt. KETTCAR haben 2017 ein starkes Comeback hingelegt und es bleibt zu hoffen, dass die Combo sich nicht für immer von ihren Fans verabschiedet. KETTCAR würden definitiv fehlen und am Ende ist ein Live-Album wie „…und das geht so“ nur die zweite Wahl im Vergleich zum wirklichen Live-Geschehen. Gleichwohl fängt die Platte die besondere Stimmung eines KETTCAR-Konzertes über die knapp 100 Minuten Spielzeit jedoch gekonnt ein und ist deshalb ein Muss für jeden Fan und ein guter Einstieg für jemanden, der sich der Band neu nähert.

„…und das geht so“ ist als-Doppel-CD, 3-fach-LP und digital erhältlich. Die Tracklist liest sich folgendermaßen:

  1. Rettung
  2. Money Left To Burn
  3. Sommer ’89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)
  4. Scheine in den Graben
  5. Benzin und Kartoffelchips
  6. Graceland
  7. 48 Stunden
  8. Balu
  9. Balkon gegenüber
  10. Der Tag wird kommen
  11. Lattenmessen
  12. Den Revolver entsichern
  13. Palo Alto
  14. Im Taxi weinen
  15. Ankunftshalle
  16. Auf den billigen Plätzen
  17. Landungsbrücken raus
  18. Trostbrücke Süd
  19. Kein Außen mehr
  20. Deiche
  21. Mein Skateboard kriegt mein Zahnarzt

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

KETTCAR - Weitere Rezensionen

Mehr zu KETTCAR