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KETTCAR - Zwischen den Runden

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Artist KETTCAR
Title Zwischen den Runden
Homepage KETTCAR
Label GRAND HOTEL VAN CLEEF
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.0/10 (21 Bewertungen)

Kann es tatsächlich schon wieder vier Jahre her sein, dass KETTCAR ihre letzte Platte „Sylt” rausgebracht haben? Da war der vierte Longplayer „Zwischen den Runden“ zweifellos überfällig und ich darf sagen, das Warten hat sich gelohnt! Sänger und Gitarrist Marcus Wiebusch und Bassist Reimer Bustorff, die seinerzeit gemeinsam mit Thees Uhlmann (TOMTE) das Hamburger Indie-Label Grand Hotel van Cleef gegründet haben, weil sich für das KETTCAR-Debüt „Du und wie viel von deinen Freunden“ keine Plattenfirma interessierte, waren zusammen mit Gitarrist Erik Langer, Keyboarder Lars Wiebusch und dem „neuen“ Schlagzeuger Christian Hake (HOME OF THE LAME, OLLI-SCHULZ-BAND) im Studio und haben wunderbare neue Songs aufgenommen.

Man hört, dass das Leben auch an den KETTCAR-Members nicht spurlos vorüber gegangen ist. Beim getragenen „Zurück aus Ohlsdorff“ wird ein viel zu früher Tod eines alten Freundes besungen und im ruhigen „Nach Süden“ geht es um die lange Krankheit eines anderen Zeitgenossen, der nach 1 ½ Jahren Klinikaufenthalt endlich wieder nach Hause darf. Anfang/Mitte 40 spielt eben nicht mehr nur die Liebe und das Finden seiner Selbst eine große Rolle, sondern auch der Endlichkeit des Lebens. Natürlich bleibt das Scheitern der großen Liebe ein Thema, das „In deinen Armen“ aufgenommen wird. Dank des Ausfluges der Hamburger in orchestrale Akustik-Gefilde haben in den Sound Bläser und Streicher Einzug gehalten, was Spuren von Northern Soul und Jazz hinterlassen hat. Aber selbstverständlich gibt es auch noch den speziellen und geliebten KETTCAR-Sound, der insbesondere bei „Schrilles buntes Hamburg“ oder der Vorab-Single „Im Club“ zu hören ist. Hier blitzt bereits das Gebläse auf, das beim Opener „Rettung“ für den großen Auftakt der abwechslungsreichen Platte sorgt. Währenddessen schlägt „Schwerelos“ leise Töne an, denen mit „R.I.P.“ erneut Beine gemacht werden. „Kommt ein Mann in die bar“ geht direkt ins Herz und auch „Weil ich es nie so oft sagen werde“ spart nicht mit Gefühlen, bevor „Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd“ ihren beschwingten Ritt Richtung „Erkenschwick“ aufnehmen. Auch hier dominiert Nachdenkliches, dem man gern zuhört.

Mit „Zwischen den Runden“ manifestieren KETTCAR ihre Bedeutung in der deutschen Indie-Szene. Egal ob leise erzählte Geschichten oder treibende Songs – KETTCAR berühren mit ihren Liedern und legen eine Platte vor, die uneingeschränkt hörenswert ist. Für die Hardcore-Fans gibt es obendrein noch eine limitierte Deluxe-Doppel-CD im Schuber mit drei Bonustracks und einem Postergutschein.

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