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KID KOPPHAUSEN - I

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Artist KID KOPPHAUSEN
Title I
Homepage KID KOPPHAUSEN
Label TROCADERO
Leserbewertung
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2.3/10 (72 Bewertungen)

GISBERT ZU KNYPHAUSEN und NILS KOPPRUCH haben eine Band gegründet. KID KOPPHAUSEN. Der introvertierte Gefühlsdichter aus dem Rheingau und der Hamburger Großstadtcowboy machen jetzt gemeinsame Sache und haben flankiert von ihrer Band (Alexander Jezdinsky – Drums, Felix Weight – Bass, Markus Schneider – Gitarre) eine Platte aufgenommen, die schlicht „I“ heißt. Es war nicht das erste Mal, dass die beiden zusammen auf der Bühne oder im Studio standen; Nils (ex-FINK) hatte Gisbert anlässlich der Tour zu seinem ersten Solo-Album „Den Teufel tun“ in sein Vorprogramm eingeladen und auch beim 2010er Fest van Cleef in Bielefeld habe ich die beiden bereits auf einer Stage gesehen. Ganz abgesehen von der Split-Single „Die Aussicht/ Knochen und Fleisch“, welche die Herren im gleichen Jahr veröffentlicht haben. Doch jetzt kommt der Longplayer von KID KOPPHAUSEN – der Band, die ausdrücklich kein Projekt oder Experiment sein soll. Man darf also gespannt sein…

Wer auf einem der letzten GISBERT-ZU-KNYPHAUSEN-Konzerte war, kennt zumindest schon „Das Leichteste der Welt“ und wird sich vermutlich genauso wie ich sofort in den treibenden Sound der Nummer verliebt haben. Wie singt der Adelsspross so schön? „Dann kommt ein Schlagzeug rein und treibt den Beat bis hinter meine Ohren, ein Bass umgarnt die Bassdrum, eine Gitarre drängt nach vorn und irgendwo im Nirgendwo pfeift ein himmlisches Feedback.“ – dem habe auch ich nichts mehr hinzuzufügen. Außer natürlich, dass auch die übrigen zwölf Songs absolut hörenswert sind. Angefangen beim knackigen Opener „Hier bin ich“, der die Füße zum Wippen bringt und dem nachdenklichen „Schritt für Schritt“, bei dem mich Kollege Koppruch ein wenig an Liedermacher-Gott REINHARD MEY erinnert. Davon ist beim schleppenden „Im Westen nichts Neues“ nichts mehr zu hören, doch wie es scheint, ist bei KID KOPPHAUSEN Nils für die ruhigen Momente hauptverantwortlich und Gisbert darf sich mal so richtig austoben. Das klingt beim folgenden „Schon so lange“ zunächst etwas anders, doch nach dem verhaltenen Start lässt es der 33-jährige ordentlich krachen, während sein 47-jähriger Buddy mit „Meine Schwester“ seiner Americana-Vorliebe frönt. Aber was wäre eine Langrille mit GISBERT ZU KNYPHAUSEN ohne den schwermütigen Sound, für den er insbesondere von den Indie-Mädels geliebt wird? Deshalb darf ein Stück wie das berührende „Wenn ich Dich gefunden habe“ nicht fehlen, bevor beim rhythmusbetonten „Moses“ ein Banjo das Sagen übernimmt. Ein weiterer leiser Vertreter mit viel Tiefgang ist „Haus voller Lerchen“, dem das schwurbelige „Wenn der Wind übers Dach geht“ folgt, um mit der „Mörderballade“ eine ebensolche abzuliefern. Beschwingt und mit einem gewissen ELEMENT-OF-CRIME-Charme schließt sich „Jeden Montag“ an, während „Nur ein Satz“ das Debüt nach knapp 50 Minuten mit drängendem Sprechgesang beendet. Das hat allerdings wenig mit Rap und Hip Hop zu tun, sondern dürfte in der Machart ANNE-CLARK-Fans bekannt vorkommen.

Die Musik von KID KOPPHAUSEN wurzelt zweifelsfrei in den Werken zweier Originale, die sich perfekt ergänzt und gemeinsam mit den beteiligten Musikern 13 abwechslungsreiche Lieder eingespielt haben, die zwar neue Klangfarben mitbringen und nicht einfach nur kopieren, was man von den beiden Masterminds hinter KIP KOPPHAUSEN bereits kannte, aber eben doch ihren Ideen treu bleiben. Klar, dass da auch noch eine Tour folgt, die ich mir nicht entgehen lassen werde.

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