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KILL HANNAH - Until there’s nothing left of us

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Artist KILL HANNAH
Title Until there’s nothing left of us
Label ROADRUNNER
Leserbewertung
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5.0/10 (2 Bewertungen)

„Androgyne Schwuchtel“ war mein erster Gedanke, als ich zum ersten Mal die Stimme von Mat Devine, Sänger der Band KILL HANNAH, hörte. Ein Blick auf die Rückseite der CD bestätigte meinen Verdacht und um noch weiter in die Kiste meiner Vorurteile zu greifen, mir war auch von vornherein klar, was für Musik da auf mich zukommen würde. You know what I mean. Aber ganz so einfach ist es dann eben doch nicht. Zuerst muss klargestellt werden, dass Mat dann doch wohl eher heterosexuell orientiert ist, sonst würde die Band heute vermutlich anders heißen. Denn genau Hannah, die Ex-Freundin des Sängers, war an der Namensgebung der 4 Jungs maßgeblich beteiligt. Nach der Trennung von ihr ließ Mat nämlich Sticker mit „Kill Hannah“ Schriftzug drucken, um diese auf sämtliche Platten seiner damaligen Band IN A JAR UK zu kleben. Leider ist mir nicht bekannt, was die gute Dame davon hielt. Modisch bewegt man sich zwischen Heroin Chic und gotischem Schwarz mit Emo Anleihen. Wem jetzt Bilder von Ville Valo, Gerard Way oder auch Brian Molko vorm geistigen Auge erscheinen, hat nicht ganz unrecht, denn auch bei der Musik lassen sich Ähnlichkeiten zu Bands wie HIM, MY CHEMICAL ROMANCE oder PLACEBO definitiv nicht leugnen. An dieser Stelle bleibt nur die Frage, was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?!

Gegründet wurde die Band 1995 in Chicago und besteht momentan aus Mat Devine (Gesang, Gitarre), Jonathan Radtke (Gitarre), Dan Wiese (Gitarre) und Greg Corner (Bass). Bei der Musik handelt es sich um solide Gitarrenmusik (wer hätte das angesichts dreier Gitarristen gedacht) mit Elektronikanleihen, welche bei „Kennedy“ besonders auffallen. Dabei ist der Sound aber an allen Stellen sehr eingängig und lädt schon mal zum mitwippen oder Kopfnicken ein. Besonders interessant ist die Stimme von Herrn Devine, der sich mit seinen 34 Jahren nur halb so alt anhört. Gut gemacht ist auch „Boys & Girls“ wo gleich zu Beginn des Liedes eine sehr sexy Frauenstimme diverse Male „Baby, baby, baby…“ haucht. Bei „The songs that saved my life“ klingen KH dann fast wie die Mannen von JIMMY EAT WORLD in ihrem Titelstück zu der Serie „Malcolm mittendrin“. Textlich dreht sich wie üblich alles um die Liebe im Allgemeinen und die tragische im Besonderen – Tod und Drogen all inclusive. Man kennt es und ich müsste lügen, würde ich sagen, dass KILL HANNAH die ganze Sache neu erfunden hätten. Aber trotzdem macht „There´s nothing left of us“ wirklich Spaß und ich würde die Herren zu gerne mal live sehen, denn ich glaube, dass das Material richtig rockt und sie da ihr ganzes Potential entfalten können. Persönliche Favoriten auf dem Album sind „Lips like Morphin“ und „10 more Minutes with you“, da beide gut zum mitsingen geeignet sind, wenn einem mal wieder alles auf die Nerven geht und man aber nicht unbedingt das gute Geschirr zertrümmern möchte. Das einzige, was mir vielleicht auf der Scheibe fehlt, ist DAS etwas ruhigere Lied. Am ehesten wird das noch bei „(Sleep tight)“ erreicht, aber eben nicht so richtig. Ich bin halt ein Gewohnheitstier.

Insgesamt ist „Until there’s nothing left of us“ wirklich empfehlenswert. Das Teil macht Spaß, rockt und sticht doch etwas aus dem Einheitsbrei hervor. Vielleicht nichts absolut Außergewöhnliches, aber dafür verdammt gut gemacht. Seit langem mal wieder ein Album aus diesem Genre, das mich nicht schon nach dem ersten Hören langweilt.

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